Mannwerdungsblog

Beziehungsangst und Sabotage von Nähe

Posted on: 25. Juni 2011

Angst vor Nähe in Beziehungen und Beziehungsangst ist ein Phänomen, dem sich emotional Missbrauchte oft ausgesetzt fühlen. Sie stoßen dann nahestehende Menschen immer wieder weg, sabotieren ein wirkliches Zusammenwachsen der Beziehung. Indem sie Probleme konstruieren, die Partnerin wegschicken, andere Frauen über die Partnerin stellen.

Typische Anzeichen von Beziehungsangst sind „Fluchtversuche“ und Ausreden, wenn es ernst wird. Je harmonischer die Beziehung wird, desto enger und vertrauter, umso ängstlicher wird der „Leidende“, der in solchen Situationen nicht selten dem Partner vor dem Kopf stößt und sich abwendet. Es ist außerdem erwiesen, dass sich Menschen mit einer Partnerschaftsphobie genau solche Partner aussuchen, wo sie davon ausgehen, dass sie mutmaßlich ohnehin nicht funktionieren kann – sei es, weil der Altersunterschied zu groß ist, Kinder/keine Kinder vorhanden sind oder weil Jemanden schööön weit weg wohnt.

[…]

Bei Männern kann es auch daran liegen, dass sie Muttersöhnchen sind.

Quelle 

Dort im verlinkten Text gibt es eine Erklärung zur Ursache der Muttersohnwerdung, aber nicht der Angst vor Nähe:

Wie wird Mann zum Muttersöhnchen ? Einer der Gründe, wieso Söhne sich oft nicht genügend von ihren Müttern ablösen, ist Psychologen zufolge das schlechte Gewissen. Mütter haben ihr halbes Leben für ihre Söhne „geopfert“ und ihnen alle Wünsche erfüllt. Nun ist es an dem Sohn, sich zu revanchieren und es ihr recht zu machen. Bei manchen könnte auch der fehlende oder sich aus welchem Grunde auch immer im Hintergrund haltende Familienvater Ursache der verstärkten Bindung zwischen Mutter und Sohn sein. Fehlt die väterliche Autorität, so kann Experten zufolge keine Freiheit geschaffen werden, die den Söhnen den Weg ins Leben außerhalb der Familie zeigt.

Tantra.de gibt noch etwas weiteren Aufschluss über den Zusammenhang von Beziehungsangst und Nähe

Ist die Mutter in ihrer Ehe unglücklich und macht dafür vor dem Jungen ihren Mann verantwortlich, so übernimmt der Junge oft diese Sichtweise der Mutter: „Papa ist schuld, dass es Mama so schlecht geht.“ Bei Günter war die Botschaft: „Papa verletzt Mama und ist nie für sie da.“ Und so schwört sich der kleine Günter: „Ich mache es besser als Papa. Ich rette Mama aus ihrem Unglück. Ich werde sie nie verletzen und immer für sie da sein.“ Er geht in Konkurrenz zum Vater und bemüht sich als Sohn der Mutter einen Partnerersatz zu bieten, was natürlich 1. unangemessen und 2. zum Scheitern verurteilt ist.

Die Autoren stellen einige gute Fragen zur Selbstprüfung:

  • Hältst du es aus, dass deine Partnerin dich kritisiert, beschimpft oder ablehnt ohne dass du dauerhaft aus dem emotionalen Gleichgewicht kommst?
  • Kannst du Traurigkeit, Wut oder Enttäuschung bei ihr stehen lassen ohne dich zu rechtfertigen oder zu verteidigen?
  • Reagierst du auf Kritik oder Vorwürfe mit Gewaltandrohung oder körperlicher Gewalt?
  • Lässt du Dinge mit dir machen, die du dir selbst nie rausnehmen würdest?
  • Kannst du „Nein“ sagen, Grenzen setzen und sie enttäuschen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen?
  • Fühlst du dich verantwortlich für ihre Gefühle und ihr Glück?
  • Gibst du Dinge, die dir im Leben wichtig sind für deine Partnerin auf?

Dort werden auch Lösungen angerissen, die allerdings mehr mit der Loslösung von der Mutter zu tun haben als wirklich die Beziehungsangst zu thematisieren. Trotzdem sind sie natürlich ein wichtiger Bestandteil dorthin:

Der 1. Schritt: Wenn deine Partnerin dir gegenüber ihre Ex-Partner kritisiert oder beschuldigt, dann klink dich nicht ein, um zu beweisen, das du aber lieber, einfühlsamer… bist. Du hörst wieder mal nur die Seite der Frau und kennst die Darstellung des Mannes nicht. Also kannst du dir kein Urteil bilden. Wenn du davon überzeugt bist, dass die Frau Recht hat, dann bist du in deiner „Kindheitstrance“. Besser ist es, ihr einfach nur zuzuhören, ihre Gefühle wahrzunehmen und die Sache so stehen lassen.

Der 2. Schritt: Du bist nicht verantwortlich für ihre Gefühle, schon gar nicht schuld daran, wie sie sich fühlt. Du kannst durch deine Worte oder Handlungen Auslöser für bestimmte Gefühle sein oder ihr bestimmte „Knöpfe drücken“, aber mit derselben Sache kannst du bei zwei Menschen ganz verschiedene Gefühle auslösen. Jeder ist für seine eigenen Gefühle selbst verantwortlich, auch wenn wir gerne in Projektionen leben. Mach dir das deutlich.

Der 3. Schritt: Du kannst deine Partnerin nicht retten Sie muss ihre Lebensthemen selbst lösen und ihr Leben selbst meistern.
Zeig ihr deine Gefühle, aber versprich nicht schon wieder wie damals bei Mama Dinge, die deine Macht übersteigen und die sich gegen dich wenden werden. Ihre Freundinnen oder ihre Therapeutin ist da mit Sicherheit die bessere Adresse als du es bist.

Der 4. Schritt: Halte die Gefühle deiner Partnerin aus. Wenn sie weint, schreit, wütet oder schimpft höre einfach mal zu und halt um Himmels willen die Klappe. Es bewirkt Wunder. Warum? Viele Frauen haben einen besseren Zugang zu ihren Emotionen und drücken sie auch aus, was gesund und sehr befreiend sein kann. Nur leider verlieren sie sich oft darin und geraten dann von einem Drama ins nächste. Wenn du so eine Frau als Partnerin hast, dann wirst du wahrscheinlich von ihrer Emotionalität einerseits fasziniert sein (z.B. ihrer Lebensfreude, Neugier, Spontaneität, Lachen, Ekstase…) und andererseits abgeschreckt sein (von ihrer Wut, Angst, Depression, Verletzung…). Der 2. Aspekt kommt meist erst nach einiger Zeit in Beziehungen zu Tage. Deine Partnerin verwickelt dich in ihre Dramen und dann verhakt ihr euch: diskutiert, beschuldigt, rechtfertigt, erklärt, analysiert… ohne Ende.

Der Fels in der Brandung Frauen sagen häufig, sie wollen Gefühle bei ihrem Partner sehen und dass er auf ihre Gefühle eingeht.

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4 Antworten to "Beziehungsangst und Sabotage von Nähe"

Nähe-Distanz-Probleme und der Emphatiebeitrag so nebeneinander stehen zu haben, ist schon schwierig, weil die Grenzlinie zwischen Anbiederung und echtem Einfühlungsvermögen fließend verläuft.

Hallo Notos!

Danke für deine Gedanken dazu. Natürlich hast du recht, unempathisch sich einzufühlen wollen grenzt an Anbiederung. Zwar sind die beiden Beiträge separat, aber dennoch hängen beide Themen zusammen: Wer Nähe sabotiert, kann sich auch nicht einfühlen. Oder siehst du das anders?

Stimmt, das passt dann wieder.

1000 mal Dank für diesen Beitrag! Ich bin eine Frau und seit über einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Mein Freund nennt mich seine Freundin, auch vor seiner Familie, seinen Freunden, aber „ich liebe dich“ sage nur ich zu ihm, nicht umgekehrt. Jetzt kann ich mir in etwa vorstellen, warum. Und vielleicht ists gar nicht so doof von mir, einfach Geduld zu haben. 🙂

Warum wiederholt sich diese blödsinnige Geschichte immer und immer wieder?! Ein Paar wird Eltern, zofft sich, die Partner nehmen sich keine Zeit mehr für ihre jeweils eigenen Freunde, und breiten ihre Ex-/Beziehungsprobleme vor dem Nachwuchs aus. Aus Pflichtgefühl und Stolz dem eigenen Pflichtgefühl und Stolz nicht gerecht werden. Das ist doch echt bescheuert.
Ich musste sowas auch als Kind mitmachen. Zum Glück kann ich trotzdem „ich liebe dich“ sagen.

Schreib mir, was du dazu denkst! Hast Du das bei Dir oder jemand anderem auch beobachtet?

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