Mannwerdungsblog

Archive for the ‘Verführung’ Category


DrNerdLove schreibt einige kluge Dinge zum Thema, das Muttersöhne, Pickup-Casanovas und auch viele Andere nicht selten becshäftigt: Wie man bei Frauen nach all den erfolglosen Jahren endlich einmal Sex mit denjenigen Frauen hat, die wirklich heiß sind, also wirklich.

Und auch darüber, wie man Erfolge in dieser Kategorie sehr persönlich nimmt und damit seiner Persönlichkeit schadet.

Getting sex becomes a barometer of who you are as a person: if you lose your virginity then you can point and say “see? SEE? I’m not a loser!”

An dieser Stelle (nicht nur hier, aber leider ausgerechnet auch hier) beginnen Menschen immer wieder, sich einen Selbstwert zuzuschreiben, den sie sonst nicht hätten. Mit fatalen folgen für sich selbst und die Anderen:

Of course, when you start looking at sex as a source of validation, you’re putting yourself on a slippery slope. The idea of “this many women let me have sex with them, therefore I have worth” is incredibly damaging to one’s psyche.

To start with, sex quits being a matter of intimacy or a way of connecting with your fellow human beings. Instead, it becomes all about you and the fact that there’s someone else involved is ultimately irrelevant. You’re no longer concerned with your partner as a person; you’re concerned with what they represent. She’s not a person so much as a collection of social point values that represents your self-worth. This is an incredibly self-destructive path because when you’re seeking external validation, you inevitably are going to hit the wall.

 

The problem is that, after a while, sex-as-validation becomes like any other drug: it never works as well as it did the first time. The more you seek that external source of esteem, the less it helps and the harder you have to work to get the same “high” as you did before. You’ll try to up the intensity – either chasing after sheer numbers or increasingly unattainable women in hopes that you can find the same level of reward that you used to get. Either way, you will burn out. Even if you’re banging a new stranger every night, those dark tendrils of self-doubt and hate will start slipping in and you’ll find that all your old ways of shutting them out – sex – just don’t work anymore. Then it’s just you and your inner demons… and you have no way of dealing with them any more.

 

Interessant ist hier der Hinweis auf die Fehlkonzeption der platten evolutionär orientierten Psychologie:

Besides, it’s basic evolutionary psychology: men can father many children at once, therefore they’re supposed to be fucking far and wide while women are supposed to pick only one mate at a time in order to better maximize picking superior genes.

 

Of course, this bullshit belief requires profound misunderstanding of both evolution and psychology.

In fact – evolutionarily speaking – having multiple partners works out to a woman’s advantage; many male primates will kill a female’s children in order to ensure that his are the only ones that get raised to adulthood. By having more than one sexual partner, a female helps ensure that not only will the males not try to murder her offspring – for fear of accidentally killing their own kids by mistake – but it provides incentive for more males to help provide for them; after all, they can’t be sure that they’re not taking care of their own kids.

 

Das Problem ist vielmehr kulturell entstanden und die Umkehrung in einen anderen Frame entblößt die kulturelle Wahrnehmung von der „zu schützenden heiligen weiblichen Sexualität“.

The idea that men are supposed to have lots of sex and women aren’t is a cultural hang-up based around – ultimately – a fear of female sexuality and validation of male ego. After all, if a guy is supposed to be celebrated for getting a girl into bed, it takes away from his specialness when it turns out to be less of a case of a master of seduction “getting her to give it up” and more of her thinking “Well, I’m horny, you’re not unattractive and there’s really nothing good on TV tonight…”

Das heißt, eigentlich werden Männer gesellschaftlich dafür beneidet, wenn sie Frauen „knacken“ können, die angeblich ihre Jungfräulichkeit und sexuelle Unzugänglichkeit schützen müssten. Dreht man den Blickwinkel und geht nicht mehr davon aus, dass er sie „erweichen“ müsste, wird der Verführer zu einem jämmerlichen Dienstleister, der besser als ein langweiliger TV-Abend ist.

Am Ende hängt alles vom Aufbau eines Selbstbildes ab, das keinen Selbstwert mit irgendetwas verknüpft, schon gar nicht mit der Zahl flachgelegter Frauen:

I had to build a new emotional support system that didn’t depend on how many women I slept with on a monthly basis. It took time. And it sucked. But afterwards… my life made a turn for the better. I was still finding new partners, but it had slowed down significantly… and I didn’t mind. In fact, while the quantity may have dropped, the quality increased dramatically. The women I was meeting now were smart, awesome and dynamic – most of whom I’m still friends with today.

via http://www.doctornerdlove.com/2012/05/numbers-game/


Ich habe eine Mail eines Lesers erhalten, in der er einige Fragen stellt, die möglicherweise auch für andere Leser interessant sind. Ich hoffe, es ist für den Autor der Mail akzeptabel, dass ich die Antwort dazu hier öffentlich gebe und anonym seine Mail zitiere:

Kritik: Dein/euer link zu folgender Webseite macht mir Probleme. http://www.casanova-komplex.de/

Warum? Weil Trachtenberg die Sache an sich wohl ganz gut erkannt hat, aber den Casanova als tragische Persönlichkeit abstempelt, der zwangsläufig vor die Hunde gehen muss, Heilung ausschließt.

Mann sein kann ja nicht bedeuten, das es nur entweder oder gibt. Entweder Mann liebt der liebe wegen, Mann liebt die liebe, Mann liebt alle Frauen, die sich nach liebe sehnen, oder Mann begibt sich entweder unwissend oder freiwillig in das Gefängnis der Monogamie, und bedient so letztendlich am Ende dann doch den weiblichen Alleinherrschaftsanspruch über den Penis des Mannes, aber vor allem seiner Kraft für alles mögliche. Du darfst nur Mutti lieben, und sonst keine. Das ist doch Bullshit, da beisst sich doch die Katze zwar auf sehr geschickte Art und Weise aber am Ende dann doch wieder in den eigenen Schwanz, im wahrsten Sinn des Wortes 😉
Denn auch das Thema ist ja hier die grosse Frage. Ist es eine Krankheit, ist es eine Sucht, überall diese ganzen wunderbaren, wundervollen, wunderschönen Frauen und Mädchen zu sehen, die sich ohne ihr ganzes „ich hab es doch gar nicht nötig“ Getue in Wirklichkeit unendlich nach Liebe verzehren, und darum als Ersatzhandlung eine Kompensation nach der anderen hinterher hecheln.
Diamanten, geile Klamotten, Karriere, Liebesromane, Liebesfilme und romantische Musik bis zum abwinken als Ersatz dafür, dass Papi ein Versager war, es nie genug Liebe gibt, nicht im ganzen Universum, um den unendlichen Hunger der Frau danach zu stillen, sie endlich satt zu machen, damit sie ihre verfluchte Unsicherheit endlich fahren lassen kann und auch deshalb kein Schwanz auf der Welt auf Dauer lang genug sein kann.
Und das dann wieder über den daraus resultierenden männlichen Konkurrenzkampf auch für das ganze derzeit laufende Drama auf unserem Planeten verantwortlich ist, angefangen bei Kriegen bis hin zu Umweltzerstörung und damit der totalen Verwüstung unseres ganzen Planeten.
Casanova ist daher auch der Dissident, der Rebell, der, der da nicht mitspielt. Er ist eigentlich der, dem Ehre gebührt, denn er ist es der uns vorführt, was möglich wäre, wenn man der Liebe ihren freien Wunsch nach Entfaltung lässt.
Make love, not war, und damit ist auch die körperliche Liebe gemeint, die die den Körper verwöhnt, all die Streicheleinheiten endlich gewährt, die einem in der Kindheit versagt wurden, all die Küsse gibt, die man nie bekommen hat, all die Bestätigung gibt, die man immer verwehrt bekommen hat.
Grundsätzlich kann ich dazu sagen, dass nicht jeder Link und jeder Text, der hier steht, mein vollkommenes Einverständnis hat. Alle Zitate und Verweise, die sich hier finden, haben mir einen Denkanstoß gegeben und sind meines Erachtens hilfreich, die Themen dieses Blogs bewältigen zu helfen.
Ich nehme an, du beziehst dich auf diesen Artikel. Es stimmt, der Text bei Trachtenberg scheint keine Perspektive offen zu lassen. Aber ich denke inzwischen: Casanova ist kein Mann, der die Frauen liebt, sondern der ein gewaltiges Selbstwertproblem hat. Darum ist er kein gutes Beispiel für frei entfaltete Liebe. Sicherlich muss die monogame gesellschaftliche Norm zur (insbesondere körperlichen) Liebe nicht die einzige Möglichkeit sein und jemand, der im Gegenteil echte freie Liebe zeigt, wäre ein interessantes Exempel.
Ich meine: Um überhaupt echte freie Liebe praktizieren zu können, müssen Männer (und auch Frauen) sehr reif und rücksichtsvoll sein, sonst ist das eine in eine schöne Utopie gekleidete Verarschung. Dein letzter Absatz bringt das Problem auf den Punkt: Irgendwann muss ein Mann erwachsen werden. Das ist die Mannwerdung. Und dann muss er Verantwortung übernehmen, für sich und auch für andere, und kann nicht beliebig die damals verwehrten Streicheleinheiten bei Frauen einsammeln. Das ist egoistisch und hat nichts mit Liebe zu tun. Wenn er es jedoch schafft, echte Liebe und Nähe überhaupt zuzulassen (und das tut er mit sehr hoher Sicherheit nicht, wenn er oberflächlich und unehrlich von der einen „Geliebten“ zur nächsten streift), dann bekommt er auch echte Streicheleinheiten und keine, die Schuld- oder Schamreflexe in ihm auslösen. Oder in seinen Partnerinnen.
Was mir übrigens an deiner Perspektive nicht gefällt, ist die Unterstellung, dass sich all die „wunderbaren, wundervollen, wunderschönen“ Mädchen ja nach Liebe sehnen würden – als würde Casanova das tief in seinem Innern nicht auch tun, und als könnte er sie mit etwas Sex („Körper-Verwöhnen“) davon erlösen. Aber gibt er ihnen wirkliche und ehrliche Liebe und nicht nur einen Rausch, der ein vertrauensvolles Liebesverhältnis suggeriert? Das ist es ja: Er kompensiert seine Bedüftigkeit und seine Angst vor Wertlosigkeit ja selbst mit der Ersatzhandlung des ständigen Verführens. Er hat also genau das gleiche Problem wie seine „Targets“ und da beißt sich auch diese Sicht der Dinge in den Schwanz.
Darum muss der Casanova erst sterben und es gibt für ihn im übertragenen Sinne wirklich keine Heilung ohne ihn grundsätzlich vor die Hunde gehen zu lassen, so wie das bei Trachtenberg etwas drastisch gesagt wird. Erst ein Mann, der seinen Wert nicht an seinem Erfolg bei Frauen misst, kann wirklich bedinungslos lieben und auch die Streicheinheiten geben. Dann möglicherweise auch in einem One Night Stand. Aber dann wird er sich nicht als Casanova oder Womanizer sehen und reihenweise einem Schema verfallen. Sondern er hat auch kein Problem damit, monogam zu leben oder anders. Er ist flexibel und kann sich an die Lebenssituation und seine Partnerin (oder, um bei den Alternativen zur gesellschaftlichen Norm zu bleiben, PartnerInnen) anpassen. Oder genauso auch ganz ohne Flirt, Sex, Verführung sein.
Aber, ich denke in jedem Fall: Heilung ist möglich (Psychotherapie hilft!). Ich möchte dir nochmal ausdrücklich für deine Mail danken und freue mich über Kommentare.

Das Thema ist auf sein.de in einem guten Artikel verarbeitet worden:

Vieles deutet bei Coabhängigkeit auch auf Sex-, Romanzen- oder Beziehungssucht hin. Süchtigen wie Coabhängigen jedenfalls sind eine Reihe von Verhaltensweisen gemeinsam, die wirkliche Nähe zu sich selbst und zu Anderen und somit erfüllende Beziehungen unmöglich machen. Coabhängige sind süchtig nach Kontrolle und Bestätigung. Da sie nicht gelernt haben, sich selbst zu lieben, sind sie nicht in der Lage, es Anderen zu überlassen, ob sie sie mögen oder nicht, sondern versuchen, Liebe und Bestätigung herbeizumanipulieren. Der grundsätzliche Irrtum, dem Coabhängige erliegen, ist zu glauben, dass Liebe kontrollierbar und herbeimanipulierbar sei. Ihre Aufmerksamkeit ist so sehr damit beschäftigt, bewusst oder unbewusst zu kontrollieren, was ihr Gegenüber fühlen, denken, tun oder lassen soll – oder auf keinen Fall fühlen oder denken soll -, dass der Kontakt zu den Gefühlen im eigenen Körper so gut wie abgestorben ist. Wenn sich das Gegenüber nicht so verhält, wie sie es gerne hätten, sehen sie dies als ihr persönliches Versagen an.

Hierzu zähle ich auch das Don-Juan-Syndrom, das man als Verführer hat.

In der Beziehung sieht das dann so aus:

Nach Anne Wilson-Schaef in „Die Flucht vor der Nähe“ sehen diese Beziehungen vor der Heilung so aus:
Das „Innere Mädchen“ von Person 1 erwartet, dass es von Person 2 bevatert wird, während der „Innere Junge“ von Person 2 die Bemutterung durch Person 1 einfordert. In manchen Fällen funktioniert diese Rollenverteilung über Jahre, weil beide Partner ihre Rollen übernehmen. Die Beziehung ist dann jedoch nicht nur sehr kraftlos, leblos, unbewusst und problematisch für die eventuell vorhandenen realen Kinder der beiden – sie bietet den beiden auch kaum Wachstumsmöglichkeiten zum reifen Erwachsenen hin. Und sie ist instabil – denn sobald einer von beiden mal nicht die ihm/ihr zugedachte Rolle spielt, kommt es zu Machtkämpfen, Schuldzuweisungen, Dramen oder der Suche nach einem anderen Partner. Da beide davon überzeugt sind, dass sie diese Beziehung gefährden, wenn sie sich ganz zeigen, schneiden sie sich von unerwünschten Gefühlen und Wahrnehmungen ab, was den natürlichen Fluss von Lust und Liebe erstarren lässt. Und alles, was irgendwie herbeimanipuliert werden kann, wird nicht wirklich befriedigend sein und die Kindheitswunde niemals schließen können, denn nicht mal einem Coabhängigen gelingt es in der Tiefe, an etwas Künstliches zu glauben und sich auf Dauer von Pseudo-Nähe zu ernähren.

In dem Artikel finden sich einige Lesetipps:

  • Stephen Wolinsky: „Eins werden oder einander begegnen?“
  • Gay und Kathlyn Hendricks: „Liebe macht stark“
  • Anne Wilson-Schaef: „Die Flucht vor der Nähe“

Ein gutes Video, um Aufmerksamkeit dafür zu bekommen, ob man gerade in sich ruht oder nicht:

3 Step Composure Process | Authentic Man Program

UPDATE: Ich übersetze hier noch mal. Zunächst die Grundlagen:

  1. Contenance / Fassung
    Die innere Ruhe und Besonnenheit bewahren.
  2. Das männliche Posieren verstehen
    So tun, als würde man sich nicht um sie scheren, zeigt nur umso mehr, dass man wirklich betroffen ist. Das Posieren sollte verstanden werden: Wann tut man es, wenn sie testet?
  3. Kollabieren
    Sich komplett unterordnen, es wieder gutmachen und reparieren wollen.

Hier die 3 Schritte für mehr Contenance und weniger Neediness:

  1. Finde heraus: Tendierst du mehr zum Kollabieren oder zum posieren?
  2. Fühle genau die Empfindungen im eigenen Körper, im Moment, wenn du dich zum Kollabieren oder Posieren gezogen fühlst.
  3. Versuche, diese Gefühle ohne Widerstand zu fühlen. Du wirst nicht sterben, sondern vielmehr wachsen wirst. Das gilt, wenn du eine attraktive Frau vor dir hast, aber auch wenn du mit anderen Menschen in Kontakt bist.

Du siehst, ob du Contenance bewahrst, wenn du die Tests der Frau nicht mehr als Bedrohung, sondern als Spaß  betrachtest.


Reines Sein schreibt über Ziele und Verstand ohne Sinn:

Im Fitneß-Studio hörte ich, wie ein Trainer zu einem neu anfangenden Mitglied sagte: „Dann haben wir jetzt zwar noch kein Programm für eine Dreiviertelstunde zusammenbekommen, aber zumindest wissen wir nun das Ziel: Auf eine Trainingszeit von einer Dreiviertelstunde hinzusteuern.“

Es ist dieses typische Muster: Sich von der eigenen Realität abzukoppeln und etwas vom Verstand her überzustülpen, das dann die Stelle der Realität einnimmt, und zwar so, daß jeder alsbald fest überzeugt ist, dies sei die eigentliche Wirklichkeit. Und die Haupteigenschaft und eigentliche Achse dieser neu projizierten Wirklichkeit ist, daß etwas auf eine andere als die natürlich gegebene Art zu sein hat. Damit sieht es dann so aus, als käme Bedeutung hinein. Einfach nur das zu tun, was gerade anfällt, erscheint dagegen geradezu lächerlich banal, erscheint absurd, bequemlich, dumm und unpassend. Das Ziel, das so gut klingt, daß man sich ihm sogleich widmen möchte, erscheint dagegen interessant und vielversprechend.

Warum trainiert er? Um auf eine Dreiviertelstunde zu kommen. Was ist denn überhaupt eine Dreiviertelstunde? Eine bloße Idee. Zahlen. Ich trete die Pedale des Fitneßgerätes und blicke auf die Anzeige, da steht: 19 km/h. 20 km/h sind aber mein Ziel, also muß ich schneller treten und mich anstrengen. Warum? Weil ich ein Ziel brauche, und dieses Ziel führt mich dahin, daß meine Muskeln wachsen. Warum sollen meine Muskeln wachsen? Damit ich fitter werde, gesünder, dynamischer — damit ich besser aussehe und mich wohler fühle.

Was für ein Schwachsinn, so zu denken! Die Dinge werden nicht getan, weil man sie im Moment tun möchte, sondern sie werden aus sogenannten Gründen getan. Alles wird aus Gründen getan. Wo kein Grund ist, da ist Nirwana, Chaos, die Leere des Sinns und der Lebenslogik — da drohen Wahnsinn, Verirrung, Ratlosigkeit, Untergang.

Die ganze Sache geht bloß vom Kopf aus. Nicht nur hier — das Beispiel ist wirklich sehr banal und erscheint völlig harmlos und nebensächlich. Aber wer hier so denkt, der denkt bei allem anderen auch so! Genau das muß man sich klarmachen und wirklich verstehen.

Wo handele ich nur aus Gründen, nur für abstrakte Ziele? Wo vergesse ich, was ich in diesem Moment überhaupt tun möchte? Wo vergesse ich, was ich möchte, was meine gefühlte Realität ist, und wo lasse ich den Verstand eingreifen?

Ich denke an eine Situation, wie ich versuche, witzig zu sein oder mit einem „Konkurrenten“ mithalten zu können. Der Grund ist, dass ich sonst abgehängt sein könnte, ausgeschlossen. Das Ziel ist, „besser abzuschneiden“ als er, mehr Lacher und mehr Aufmerksamkeit und mehr Bewunderung einzusacken. Ich bin nicht witzig, weil ich das gerade sein möchte, sondern weil es getan werden muss, damit ich „nicht untergehe“ bei den Menschen (oder speziell Frauen), die mir als Ziel wichtig erscheinen. Da ist mein Grund, mein Ziel. Meine Realität ist: ich sitze hier mit mehreren Menschen, ein anderer Typ sagt etwas witziges. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht bringt mich das in die Stimmung, auch etwas witziges zu sagen. Vielleicht auch nicht.

Das ist eine grundlegende Überlegung, die anschließt an Impress/Express und auch an die aktuelle Diskussion: Was ist meine aktuelle Realität, mein aktuelles Sein? Ist es für mein Dasein so wichtig, was die Gründe sind, und was mein rational erklärbares Ziel ist?  Für mich ist es wichtiger, die genauen Gefühle zu erkennen, ob mir meine aktuelle Realität Freude macht oder nicht.

Mir hilft es nicht weiter, wenn ich weiß, dass ich jetzt auch etwas Witziges (besser: etwas noch passenderes als er) sagen muss, damit die Frau sich biologisch oder sozial oder wie auch immer an mich gebunden fühlt, damit sie das Interesse nicht verliert. Das ist eine bloße Idee, die mich von dem ablenkt, was gerade anfällt: präsent zu sein.


Sein.de hat einen schönen Artikel veröffentlicht, der Niceguy-Menschen in die Kategorie „Centaury“ stellt. Dieser Gedanke kommt aus der Richtung Homöopathie und wirkt zunächst eher esoterisch. Die Indizien sind aber eindeutig und charakterisieren Menschen, die emotional missbraucht wurden und den Kontakt zu sich nicht haben:

Centaury-Menschen haben ein geringes Selbstwertgefühl, dominantere, autoritäre Personen machen ihnen Angst und verstärken das Gefühl der eignen vermeintlichen Unzulänglichkeit. Die Grenzen zwischen sich selber und den anderen verschwimmen immer mehr. Für die Liebe und Anerkennung der anderen sind sie bereit, ihre eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen oder auch ganz aufzugeben. Sie haben oft eine starke Bezugsperson in einem Elternteil oder Partner. Centaury-Menschen sind eher angepasst als durchsetzungsstark, eher harmoniebedürftig als aufwieglerisch.

Was hat es mit diesem Kraut auf sich? Wenn man das als Betroffener einnimmt, bekommt man mehr Sinn für all das, was man entwickeln möchte, wie etwa hier?

Die Bach-Blüten Centaury hilft, die eigenen Grenzen wieder wahrzunehmen, sich und seine Bedürfnisse zu spüren und auch für sie einzustehen. Man kann anderen helfen, ohne sich selber ausbeuten zu lassen und es ist möglich, „Nein“ zu sagen, bevor man sich selber an den Rand der eigenen Kraft gebracht hat. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt und ein eigener Wille kann sich entwickeln. Man ist nach wie vor hilfsbereit, aber nicht aus Mangel an Anerkennung und Liebe im Leben, sondern aus dem Wunsch des Helfens heraus.

Kann mir jemand das Prinzip dahinter erklären?

Aber ob man das nun mit Hilfe von Bachblüten oder Selbstbeobachtung erreicht: Was könnte nun das Ziel sein? Sich mehr darüber klar werden, wo die eigenen Grenzen liegen, und dass man nur allzuoft Dinge tut, um zu gefallen. Hat man das durchgestanden, wird man vielleicht direkt zum „Alpha Centaury“.. 😉


Echter Kontakt kommt zustande, indem man sich ganz auf den Gesprächspartner fokussiert. Brave Jungen haben immer gelernt, mit ihrer Aufmerksamkeit überall zu sein und sich zu fragen, was sie tun können und wie sie die Gefühle des anderen übernehmen können und Verantwortung übernehmen. Darum werden sie oft abgelenkt oder verhalten sich passiv-aggressiv, weil sie es nicht wagen, sich aus dem unbefriedigenden Gespräch zu befreien. Stattdessen tut man dann etwas anderes, hört weg, schaltet auf Autopilot: Der Tod jeden Gespräches.

Der eMBC Blog gibt 5 gute Tipps: Sich die Zeit nehmen, zu 100% aufmerksam sein, nicht werten, nachfragen (besonders nach Gefühlen und was ihnen wichtig ist) und sich selbst zurückhalten.

  1. Take time to listen. Stop, take a deep breath to clear your mind, and really listen to an employee sharing ideas or to how your son’s day at school unfolded.
  2. Be attentive. Put the world on hold and pay 100% attention to the person talking with you. They believe what they have to say is important and so should you.
  3. Listen with an open mind. Don’t be judgmental. Listen to everything the person is communicating and before judging the value of the information, ask questions to better understand the scope and depth.
  4. Listen for feelings. People repeat those things that are important to them. Listen to what is said but also to how it is said. Feelings often speak much louder than words.
  5. Listen for retention. While listening, summarize the highlights of the conversation in your mind so you can play it back to the person with whom you are talking. It will help you implement the important details later, and it will send the important message that you were really listening.

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