Mannwerdungsblog

Gründe und Übungen für den Muttersohn und seine Beziehungsprobleme

Posted on: 14. April 2010

Etwas über die Muttersohn-Problematik, einmal hier vom Männerrat:

Der Muttersohn wünscht die Symbiose, die ihm seiner Mutter auch immer wieder anbietet. Er will am liebsten wieder zurück in den Uterus der Mutter, deshalb werden Muttersöhne auch gerne Gynäkologe, da können sie das tun, was ihnen bei der eigenen Mutter auf Grund des Inzesttabus häufig verwehrt bleibt.

Der Muttersohn leidet an seiner Unabgegrenztheit. Durch die narzisstische Zufuhr, die er von seiner Mutter bekommen hat oder noch immer bekommt, hat er das Gefühl für die Realität verloren. Daraus resultierend ist der Muttersohn aber für gleichberechtigte Beziehungen zu anderen Männern oder Frauen nicht in der Lage. Die Bedürfnisse anderer kann er nicht wahrnehmen, geschweige denn diese in angemessener Weise respektieren.
In der heterosexuellen Partnerschaft setzt der Muttersohn dass vor, was ihn schon an seinem eigenem Vater genervt hat. Unterwürfigkeit und latente Aggression gegen die Frau. Der Muttersohn sieht seine Frau in der Rolle der Mutter. Deswegen hat der Muttersohn auch häufig Potenzprobleme, da er psychologisch gesehen, Inzest mit seiner Partnerin, der virtuellen Mutter, betreibt.

Und weiter bei „MANN FRAU Symphonie“ in einem PDF über die Auswirkung der Mutter-Sohn Beziehung auf das Liebesleben des Mannes und seine Präsenz als Vater:

In späteren Liebesbeziehungen würde dieser Mann meist zuerst fühlen was die Bedürfnisse seiner Freundin sind und die eigenen hintenanstellen oder kaum wahrnehmen. „Wenn Du mich wirklich liebst, müsstest Du fühlen was ich brauche“ – wird Ihm zum Verhängnis. Es ist wie ein sich selbst verlassen und bei der Partnerin sein, die jedoch dann kein Gegenüber mehr hat, weil niemand zuhause ist. Diesen Mechanismus gibt es auf beiden Seiten und eine Konsequenz davon ist,: das Verschwinden der sexuellen Anziehung aus der Beziehung. Für diese braucht es zwei Pole, die beide in ihrem Zentrum ein gutes Selbstgefühl haben und von daher aufeinander zugehen.

An diesem Punkt möchte ich den Leser auffordern innezuhalten und sich zu fragen: Wie würde die eigene Mutter folgende Sätze vollenden:
„Männer sind … (stark, schwach, nie da, Täter, außen hart und innen ganz weich, … wollen immer nur das eine, ..).“ oder
„Frauen sind … (schwach, mächtig, kontrollierend, überfürsorglich, gefühlsschwankend, …) – diese Sätze spontan zu vollenden gibt einen Einblick in unsere übernommenen Geschlechtervorurteile, die sich meist zerstörend auf die Mann – Frau – Beziehungen auswirken.

Ein weiteres Kernthema in Beziehungen ist die Regulation von Nähe und Distanz. Das Bedürfnis nach Nähe und Intimität steht dem Wunsch nach individuellem Freiraum gegenüber.

Wie weit wird dieser Raum geachtet und nicht vereinnahmt – und wieweit gibt es trotzdem noch die mütterliche Präsenz, die einfach da ist, wenn der Junge sie braucht? Dies legt den Grundstein für das Pendeln zwischen „Ich fühle mich verlassen – oder auf der anderen Seite überflutet“ In Beziehungen ist dies das Spannungsfeld von: „Wann können wir möglichst viel zusammen erleben?“ – und „Ich brauche mehr Freiraum für mich!“ Meist teilen sich die Rollen auf, wobei es auch innerhalb einer Beziehung wechseln kann.

Eine weitere praktische Übung für die Beziehung findet sich auch:

Für die Person mit der hohen Verlassenheitsangst hilft es sehr wenn der Partner:
– Verspätungen vorher ankündigt,
– sich den Freiraum nimmt mit der Abmachung einer nächsten Begegnung,
– das Commitment in der Beziehung öfter wieder mal bestätigt,…
die Person mit der hohen Angst vor Überflutung braucht:
– den individuellen Freiraum als Basis für Intimität und Nähe (kommt letztendlich der Beziehung zugute);
– es, sich selbst wahrzunehmen innerhalb der eigenen Grenzen,
– genug Atemraum, um zu spüren was sie will um sich dann auch wieder anzunähern;

Das Unglück nimmt seinen Lauf, wenn die Sexualität des Jungen erwacht, hier aus tantrischer Sicht:

Oft reagiert die Mutter jedoch offen oder verdeckt ablehnend auf seinen phallischen Ausdruck. Sie überflutet den Sohn zudem mit ihren Gefühlen, was einer penetrierenden Kraft im Herzen entspricht. Dies geschieht um einiges subtiler, denn sie tut ihm ja angeblich gar „nichts Böses“ an.
Dabei überschwemmt sie den Jungen im Herzen mit Liebesgefühlen und missachtet gleichzeitig den kleinen Mann, der ihr seine Liebe über das Becken, seinen Vajra gezeigt hat. Diese Form von Missbrauch der Mutter dem Sohn gegenüber ist weniger greifbar, da er meist auch nicht auf der direkten körperlichen Ebene geschieht wie beim Mädchen, sondern energetisch.
Dieses Zuviel an Energie im Herzbereich und das kastrierende Abklemmen der Energie im Beckenbereich wirkt sich auf die erwachsene männliche Sexualität so aus, dass sie getrennt vom Herzen stattfindet. Männer haben es oft schwer, sich auf eine tiefere Bindung einzulassen. Passiv-aggressives Beziehungsverhalten, Impotenzprobleme, frühzeitige Ejakulation, sexuelle Gewalt und Missbrauch gegen Frauen als Rache für die eigene Verletzung,… können Folgen davon sein.

Die Geschlechterdifferenzierung ist für den Jungen schwieriger, da er „sich von der Symbiose mit der Mutter komplett lösen muß, um sich ihr neu als „kleiner Mann“ zu nähern, der in ihr auch die Frau sieht. Selbstverständlich ist in dieser Phase der Vater (oder auch der neue Partner der Mutter) von entscheidender Bedeutung. Er ist der erste wichtige Mann, der durch seine männliche Präsenz als Rollenmodell wirkt.
..

Falls die Bindung mit der Mutter zu stark ist, muss der Vater ihn vielleicht aktiv auf seine Seite holen und ihm die Männerwelt zeigen.
Idealerweise rivalisiert er nicht aus seiner eigenen Bedürftigkeit mit dem Sohn, sondern kann unterstützend hinter ihm stehen. Das ist die Basis für die erneute Annäherung an die Mutter – diesmal als kleiner Mann.

Es ist wichtig für jugendliche Männer, sich in verschiedenen sexuellen Begegnungen mit Frauen auszuprobieren und zu erleben bis zum Erkennen: „Es ist mit jeder möglich, aber ich brauche letztendlich keine Frau, um mich als Mann zu fühlen“.
Das wäre die ideale Basis, sich für eine Frau zu entscheiden in innerer Freiheit und Liebe! Anders ausgedrückt: Liebe beginnt, sobald die Projektion der idealen Geliebten abfällt und nicht mehr bestimmte äußere Faktoren fürs eigene Liebeserleben wichtig sind, weil die innere Verbindung zwischen Herz und Sex offen ist. Das trifft die Sehnsucht so mancher Frau: Mit einem präsenten Mann zu sein, der ihr seine phallische Kraft aus der Verbindung mit seinem Herzen schenkt.

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15 Antworten to "Gründe und Übungen für den Muttersohn und seine Beziehungsprobleme"

Ja, immer dieses unbestimmte Schuldgefühl…

in dem Text steht das Problem nach dem ich seit 4 Jahren suche. Krass, wie man (ICH!) dann am Samstag morgen den 31. Juli aufwache, das hier lese und am Abend zuvor wieder eine wunderschöne Frau verschmäht habe , obwohl ich die Chance hatte.
Danke für diesen Text, erleichtert mich . und Ich habe jetzt den Ansatz, an dem Ich anfange zu arbeiten. Erstmal die Symbiose unterbrechen ………………………..
PS. Ich bin übrigens 21 und habe schon viele der oben genannten Symptome erlebt. Zwischen Sex und Liebe treffen ich stark. Ich habe eine Freundin für Sex und eine für Liebe, mit der ich seltener im Bett bin. Und ja, ich hatte eine tiefe Beziehung zur Mutter………………..

Hallo K!

Ich freue mich, dass dich der Text weiterbringt. Die Arbeit ist hart, man wird an unerwarteten Stellen fündig, aber es lohnt sich. Ich vermute, du bist in der Pickup-Sene unterwegs. Stimmt das? Dort ist diese Zweiteilung besonders populär, mit allen Folgen der Trennung zwischen den zwei Welten, und es ist eine Szene für Muttersöhne verschiedenster Couleur.
Meist ist dieses Übergewicht der Mutter unbewusst oder wird als längst überwunden geglaubt, so war es bei mir. Wie ist oder war dein Verhältnis zu deinem Vater?

[…] klar werden und sie annehmen. Hier schließt sich der Kreis zum vorzeitigen Samenerguss. Die Hingabe ohne Furcht und mit echter Offenheit wird so nahezu […]

Hi,
Ja das stimmt. Ich werde mich nochmal hier melden, habe eben erst die Antwort gelesen. Muss jetzt in die Schule…

Viele Grüße bis später

P.S. Schreib mir bitte mal eine E-Mail @mannwerdung

Leider kann mir mein Vater nicht die wirkliche Männerwelt zeigen. Mein Leben lang bin ich damit beschäftigt, sie mir selbst zu zeigen. Dabei sind viele Fehler und Irrtümer inbegriffen. Ich lerne durch „try and error“.

Ich ertappe mich dabei, wie ich meinem Vater böse bin, weil er mir kein richtiger Vater sein kann, sein Leben lang nur abhängig von seiner Frau, meiner Mutter.

Nach vielen falschen Wegen die ich gegangen bin um die Wut und Frustration in mir zu erklären und zu klären, nähere ich mich nun meiner Mutter zu. Sie war die letzte bei der ich suchte. Ich entdenke viele Symptome aus dem Beitrag bei mir wieder. Vor allem die Problematik der Nähe und Distanz. Entweder hatte ich nur eine Beziehung die auf abwertende Art funktionierte und eigentlich eher dem Sex diente. Oder ich hatte Beziehung die mit so gut wie keinem sexuellem Verlangen zu tun hatten. Das schwanke war mir immer unerklärlich. Oder eher unerklärlich als ich anfing darüber nachzudenken. (bin jetzt 24).

Danke für diesen Beitrag und vor allem für diesen Blog. Ich denke er wird mich noch eine Weile begleiten.

Hallo Morbiinveniendo! Danke für deinen Kommentar; ich freue mich, dass dir der blog hilft!
Die Erkenntnis, dass in den Beziehungsmustern etwas unausgewogen ist, ist ein wichtiger erster Schritt zur Veränderung. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg!

Ich bin wegen der schwiegermutter, die ihren Mann und Sohn völlig unter Kontrolle hat, aus dem haus geflüchtet. Wegen narzisstischen Züge, die auch bei meinem Mann gegenüber mir und den Kindern auffielen, haben wir das weite gesucht.
Leider erkennt mein Mann die Problematik nicht, obwohl er von der Mediatorin direkt gesagt bekam, dass seine Mutter in einer Aktion in unserem Beisein eine Zerstörung demonstrierte.
Einer empfohlenen Familientherapie verweigert sich seine Mutter und mein Mann.
Hier habe ich wohl keine Chance. Und in das Haus der Schwiegereltern zurückzuziehen(mein Mann sagte mir deutlich, dass er nicht aus diesem Hause ausziehen wird) ist mir auch nicht zuzumuten. Dies sagt nicht nur meine Psychotherapeutin, sondern viele Bekannte und Verwandte beider Seiten.

Hallo Monika,
Danke für deinen Kommentar. Möglicherweise ist ihm da nicht zu helfen, möglicherweise gibt es für ihn auch andere unbewusste Gründe, die Wohnsituation nicht zu ändern und damit die Beziehung zu riskieren, zB weil er selbst unzufrieden ist und sich nicht traut, sich zu trennen. Fakt ist, er entscheidet, keine Änderung vorzunehmen und in seiner altbekannten Situation zu bleiben. Vielleicht rüttelt ihn die Trennung erst wach, vielleicht erst der Tod der Mutter, vielleicht nichts.
Wenn die Partnerin weg läuft, entsteht Dynamik, und damit eine Chance zur Veränderung. Und möglicherweise ist der Verlust der Beziehung für beide am Ende irgendwann ein Gewinn.

Das tut weh, doch wird mir nun klar, dass es der wunsch seiner Mutter war, mich, ruhige, sensible gutmütige Person zu heiraten., da in meiner Familie geldvorteile gewittert hat. Was nun mein Mann ausgenutzt hat und hier nun bei Scheidung nur das Geld will.
Der Spruch seines Vaters, der in der ehe der Eltern nichts zu melden hat, war- bleib so, wie du bist-. Er hat geahnt, da er selbst in seine ehe gedrängt wurde, was auf mich zukommt, wenn ich es wagen würde meine Meinung zu vertreten. Meine schwiegermutter , ihre Schwester,und ihre Oma herrschten schon immer über ihre Männer. Auch mein Mann wollte mich und die Kinder immer- bis heute kontrollieren, nur liebe empfangen- nicht geben- emotionslos,wie die Familie seiner Mutter.
Alle in dieser Familie sind dominant, herrschsüchtig. Fehler, die sie begehen, werden anderen zugeschoben-und. Man wird zum staatsfeind. Immer hat er bei mir gejammert, wie schlecht seine Kollegen, freunde, Vereinsmitglieder seien. Ich habe immer geduldig zugehört.
Mein Schwiegervater sagt schon seit Jahrzehnten- ich mach nur das, was meine frau sagt, sonst mach ich alles falsch.-
Auch er ist ausgesaugt worden von seiner frau, ebenso haben meine Töchter ihr Selbstbewusstsein von Vater und Oma zerstört bekommen-
Anwendung von sog.. Gaslichttrick- um die Wahrnehmung zu stören..
Am Anfang ein charmanter Partner, der sich wandelt und nur noch kritisierte- Narzissmus.
Die große geht wegen des geschenkten Autos hin. Die kleine hat angst vor Oma und Papa. Opa bekam von Oma verboten die enkelkinder auf der Straße zu grüssen und gehorcht!

Danke für deinen Kommentar und deine persönlichen Worte. Ja, es tut weh, zu erkennen was hinter dem so harmlos wirkenden Muttersohn-Prinzip steckt, und zwar für alle Beteiligten.
Konntest du inzwischen etwas verändern?

Schreib mir, was du dazu denkst! Hast Du das bei Dir oder jemand anderem auch beobachtet?

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