Mannwerdungsblog

Archive for the ‘Don-Juan-Syndrom’ Category


DrNerdLove schreibt einige kluge Dinge zum Thema, das Muttersöhne, Pickup-Casanovas und auch viele Andere nicht selten becshäftigt: Wie man bei Frauen nach all den erfolglosen Jahren endlich einmal Sex mit denjenigen Frauen hat, die wirklich heiß sind, also wirklich.

Und auch darüber, wie man Erfolge in dieser Kategorie sehr persönlich nimmt und damit seiner Persönlichkeit schadet.

Getting sex becomes a barometer of who you are as a person: if you lose your virginity then you can point and say “see? SEE? I’m not a loser!”

An dieser Stelle (nicht nur hier, aber leider ausgerechnet auch hier) beginnen Menschen immer wieder, sich einen Selbstwert zuzuschreiben, den sie sonst nicht hätten. Mit fatalen folgen für sich selbst und die Anderen:

Of course, when you start looking at sex as a source of validation, you’re putting yourself on a slippery slope. The idea of “this many women let me have sex with them, therefore I have worth” is incredibly damaging to one’s psyche.

To start with, sex quits being a matter of intimacy or a way of connecting with your fellow human beings. Instead, it becomes all about you and the fact that there’s someone else involved is ultimately irrelevant. You’re no longer concerned with your partner as a person; you’re concerned with what they represent. She’s not a person so much as a collection of social point values that represents your self-worth. This is an incredibly self-destructive path because when you’re seeking external validation, you inevitably are going to hit the wall.

 

The problem is that, after a while, sex-as-validation becomes like any other drug: it never works as well as it did the first time. The more you seek that external source of esteem, the less it helps and the harder you have to work to get the same “high” as you did before. You’ll try to up the intensity – either chasing after sheer numbers or increasingly unattainable women in hopes that you can find the same level of reward that you used to get. Either way, you will burn out. Even if you’re banging a new stranger every night, those dark tendrils of self-doubt and hate will start slipping in and you’ll find that all your old ways of shutting them out – sex – just don’t work anymore. Then it’s just you and your inner demons… and you have no way of dealing with them any more.

 

Interessant ist hier der Hinweis auf die Fehlkonzeption der platten evolutionär orientierten Psychologie:

Besides, it’s basic evolutionary psychology: men can father many children at once, therefore they’re supposed to be fucking far and wide while women are supposed to pick only one mate at a time in order to better maximize picking superior genes.

 

Of course, this bullshit belief requires profound misunderstanding of both evolution and psychology.

In fact – evolutionarily speaking – having multiple partners works out to a woman’s advantage; many male primates will kill a female’s children in order to ensure that his are the only ones that get raised to adulthood. By having more than one sexual partner, a female helps ensure that not only will the males not try to murder her offspring – for fear of accidentally killing their own kids by mistake – but it provides incentive for more males to help provide for them; after all, they can’t be sure that they’re not taking care of their own kids.

 

Das Problem ist vielmehr kulturell entstanden und die Umkehrung in einen anderen Frame entblößt die kulturelle Wahrnehmung von der „zu schützenden heiligen weiblichen Sexualität“.

The idea that men are supposed to have lots of sex and women aren’t is a cultural hang-up based around – ultimately – a fear of female sexuality and validation of male ego. After all, if a guy is supposed to be celebrated for getting a girl into bed, it takes away from his specialness when it turns out to be less of a case of a master of seduction “getting her to give it up” and more of her thinking “Well, I’m horny, you’re not unattractive and there’s really nothing good on TV tonight…”

Das heißt, eigentlich werden Männer gesellschaftlich dafür beneidet, wenn sie Frauen „knacken“ können, die angeblich ihre Jungfräulichkeit und sexuelle Unzugänglichkeit schützen müssten. Dreht man den Blickwinkel und geht nicht mehr davon aus, dass er sie „erweichen“ müsste, wird der Verführer zu einem jämmerlichen Dienstleister, der besser als ein langweiliger TV-Abend ist.

Am Ende hängt alles vom Aufbau eines Selbstbildes ab, das keinen Selbstwert mit irgendetwas verknüpft, schon gar nicht mit der Zahl flachgelegter Frauen:

I had to build a new emotional support system that didn’t depend on how many women I slept with on a monthly basis. It took time. And it sucked. But afterwards… my life made a turn for the better. I was still finding new partners, but it had slowed down significantly… and I didn’t mind. In fact, while the quantity may have dropped, the quality increased dramatically. The women I was meeting now were smart, awesome and dynamic – most of whom I’m still friends with today.

via http://www.doctornerdlove.com/2012/05/numbers-game/

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Ich habe eine Mail eines Lesers erhalten, in der er einige Fragen stellt, die möglicherweise auch für andere Leser interessant sind. Ich hoffe, es ist für den Autor der Mail akzeptabel, dass ich die Antwort dazu hier öffentlich gebe und anonym seine Mail zitiere:

Kritik: Dein/euer link zu folgender Webseite macht mir Probleme. http://www.casanova-komplex.de/

Warum? Weil Trachtenberg die Sache an sich wohl ganz gut erkannt hat, aber den Casanova als tragische Persönlichkeit abstempelt, der zwangsläufig vor die Hunde gehen muss, Heilung ausschließt.

Mann sein kann ja nicht bedeuten, das es nur entweder oder gibt. Entweder Mann liebt der liebe wegen, Mann liebt die liebe, Mann liebt alle Frauen, die sich nach liebe sehnen, oder Mann begibt sich entweder unwissend oder freiwillig in das Gefängnis der Monogamie, und bedient so letztendlich am Ende dann doch den weiblichen Alleinherrschaftsanspruch über den Penis des Mannes, aber vor allem seiner Kraft für alles mögliche. Du darfst nur Mutti lieben, und sonst keine. Das ist doch Bullshit, da beisst sich doch die Katze zwar auf sehr geschickte Art und Weise aber am Ende dann doch wieder in den eigenen Schwanz, im wahrsten Sinn des Wortes 😉
Denn auch das Thema ist ja hier die grosse Frage. Ist es eine Krankheit, ist es eine Sucht, überall diese ganzen wunderbaren, wundervollen, wunderschönen Frauen und Mädchen zu sehen, die sich ohne ihr ganzes „ich hab es doch gar nicht nötig“ Getue in Wirklichkeit unendlich nach Liebe verzehren, und darum als Ersatzhandlung eine Kompensation nach der anderen hinterher hecheln.
Diamanten, geile Klamotten, Karriere, Liebesromane, Liebesfilme und romantische Musik bis zum abwinken als Ersatz dafür, dass Papi ein Versager war, es nie genug Liebe gibt, nicht im ganzen Universum, um den unendlichen Hunger der Frau danach zu stillen, sie endlich satt zu machen, damit sie ihre verfluchte Unsicherheit endlich fahren lassen kann und auch deshalb kein Schwanz auf der Welt auf Dauer lang genug sein kann.
Und das dann wieder über den daraus resultierenden männlichen Konkurrenzkampf auch für das ganze derzeit laufende Drama auf unserem Planeten verantwortlich ist, angefangen bei Kriegen bis hin zu Umweltzerstörung und damit der totalen Verwüstung unseres ganzen Planeten.
Casanova ist daher auch der Dissident, der Rebell, der, der da nicht mitspielt. Er ist eigentlich der, dem Ehre gebührt, denn er ist es der uns vorführt, was möglich wäre, wenn man der Liebe ihren freien Wunsch nach Entfaltung lässt.
Make love, not war, und damit ist auch die körperliche Liebe gemeint, die die den Körper verwöhnt, all die Streicheleinheiten endlich gewährt, die einem in der Kindheit versagt wurden, all die Küsse gibt, die man nie bekommen hat, all die Bestätigung gibt, die man immer verwehrt bekommen hat.
Grundsätzlich kann ich dazu sagen, dass nicht jeder Link und jeder Text, der hier steht, mein vollkommenes Einverständnis hat. Alle Zitate und Verweise, die sich hier finden, haben mir einen Denkanstoß gegeben und sind meines Erachtens hilfreich, die Themen dieses Blogs bewältigen zu helfen.
Ich nehme an, du beziehst dich auf diesen Artikel. Es stimmt, der Text bei Trachtenberg scheint keine Perspektive offen zu lassen. Aber ich denke inzwischen: Casanova ist kein Mann, der die Frauen liebt, sondern der ein gewaltiges Selbstwertproblem hat. Darum ist er kein gutes Beispiel für frei entfaltete Liebe. Sicherlich muss die monogame gesellschaftliche Norm zur (insbesondere körperlichen) Liebe nicht die einzige Möglichkeit sein und jemand, der im Gegenteil echte freie Liebe zeigt, wäre ein interessantes Exempel.
Ich meine: Um überhaupt echte freie Liebe praktizieren zu können, müssen Männer (und auch Frauen) sehr reif und rücksichtsvoll sein, sonst ist das eine in eine schöne Utopie gekleidete Verarschung. Dein letzter Absatz bringt das Problem auf den Punkt: Irgendwann muss ein Mann erwachsen werden. Das ist die Mannwerdung. Und dann muss er Verantwortung übernehmen, für sich und auch für andere, und kann nicht beliebig die damals verwehrten Streicheleinheiten bei Frauen einsammeln. Das ist egoistisch und hat nichts mit Liebe zu tun. Wenn er es jedoch schafft, echte Liebe und Nähe überhaupt zuzulassen (und das tut er mit sehr hoher Sicherheit nicht, wenn er oberflächlich und unehrlich von der einen „Geliebten“ zur nächsten streift), dann bekommt er auch echte Streicheleinheiten und keine, die Schuld- oder Schamreflexe in ihm auslösen. Oder in seinen Partnerinnen.
Was mir übrigens an deiner Perspektive nicht gefällt, ist die Unterstellung, dass sich all die „wunderbaren, wundervollen, wunderschönen“ Mädchen ja nach Liebe sehnen würden – als würde Casanova das tief in seinem Innern nicht auch tun, und als könnte er sie mit etwas Sex („Körper-Verwöhnen“) davon erlösen. Aber gibt er ihnen wirkliche und ehrliche Liebe und nicht nur einen Rausch, der ein vertrauensvolles Liebesverhältnis suggeriert? Das ist es ja: Er kompensiert seine Bedüftigkeit und seine Angst vor Wertlosigkeit ja selbst mit der Ersatzhandlung des ständigen Verführens. Er hat also genau das gleiche Problem wie seine „Targets“ und da beißt sich auch diese Sicht der Dinge in den Schwanz.
Darum muss der Casanova erst sterben und es gibt für ihn im übertragenen Sinne wirklich keine Heilung ohne ihn grundsätzlich vor die Hunde gehen zu lassen, so wie das bei Trachtenberg etwas drastisch gesagt wird. Erst ein Mann, der seinen Wert nicht an seinem Erfolg bei Frauen misst, kann wirklich bedinungslos lieben und auch die Streicheinheiten geben. Dann möglicherweise auch in einem One Night Stand. Aber dann wird er sich nicht als Casanova oder Womanizer sehen und reihenweise einem Schema verfallen. Sondern er hat auch kein Problem damit, monogam zu leben oder anders. Er ist flexibel und kann sich an die Lebenssituation und seine Partnerin (oder, um bei den Alternativen zur gesellschaftlichen Norm zu bleiben, PartnerInnen) anpassen. Oder genauso auch ganz ohne Flirt, Sex, Verführung sein.
Aber, ich denke in jedem Fall: Heilung ist möglich (Psychotherapie hilft!). Ich möchte dir nochmal ausdrücklich für deine Mail danken und freue mich über Kommentare.

Das wichtigste, was Mann/man in einer Beziehung lernen kann, ist, mit Konflikten umzugehen. Letztlich geht es bei Beziehungskonflikten darum, ob man den Anderen und seine Sichtweise wirklich akzeptieren kann. Das heißt nicht, dass man sich angleichen müsste und seine Interessen unter den Teppich kehrt. Es heißt nur, dass man an der Innensicht des Anderen wirklich interessiert ist. Thomas Kahl hat dazu einen guten weiteren Artikel bei Pagewizz geschrieben:

Im Folgenden betrachte ich zwei Möglichkeiten des Umgangs mit uns selbst:
Erstens, die Möglichkeit, an den eigenen Eigenarten so zu arbeiten, dass sie weniger dem Wachstum unserer Liebe entgegenstehen.
Zweitens, die Möglichkeit, mit denjenigen Eigenarten, die sich trotz all’ unserer Bemühungen nicht hinreichend in gewünschter Weise verändern lassen, einen Umgang zu finden, der uns und unseren Partner in unserer Liebe zueinander festigen und stärken kann. Um welche Eigenarten geht es hier? Und, was lässt sich jeweils tun im Sinne der ersten und der zweiten Möglichkeit?

Was in uns selbst kann uns daran hindern, einen Partner zu lieben? Natürlich das, was uns an ihm nicht gefällt. Was kann das in erster Linie sein? Zunächst, alles das, was uns an uns selbst nicht gefällt. Denn das, was uns an uns nicht gefällt, was wir an uns selbst nicht akzeptieren können – wie sollten wir das bei unserem Partner mögen, wenn es bei ihm entdecken?

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg hin zur Erlangung der Macht über mich selbst möchte ich kurz nennen:

1. Das Erlernen der bewussten Wahrnehmung eigener positiver und negativer Gedanken, Gefühle und Handlungen,
2. das Erkennen von deren Folgen sowie
3. die Veränderung der eigenen Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensmuster in der Weise, dass die tatsächlich eintretenden Folgen immer vollkommener meinen eigenen Zielen, Absichten und Intentionen entsprechen.

Dabei kann uns unser Partner helfen, denn mein Partner ist wie mein Spiegelbild. Dazu möchte ich nun verdeutlichen, was sich aus dem zum Umgang mit den eigenen Eigenarten Gesagten für das partnerschaftliche Miteinander-Umgehen ergibt: In meinem Partner, an seinem Ausdruck, seinem Verhalten und an seinen Reaktionen kann ich erkennen, wie ich selbst bin, was ich ausstrahle und wie ich mich verhalte: Werde ich z.B. innerlich ruhiger und geduldiger, so gebe ich meinem Partner – ebenso wie dem, was ich im Spiegel an der Wand sehe – Anlass, dies auch zu werden. Werde ich lauter und heftiger, so kann auch mein Partner in diesen Zustand geraten, wenn er nicht aufpasst. Daraus folgt, dass ich ständig darauf achten sollte, dass ich mich innerlich wohl fühle.

Soweit ich hierauf achte, werde ich mich auch im Zusammensein mit meinem Partner wohl fühlen – und er sich mit mir. Mein Partner macht mir – wie der Spiegel an der Wand – deutlich, wo noch etwas an mir zu vervollkommnen ist. Er kann mir helfen, diese Unvollkommenheiten zu erkennen und zu überwinden – dort, wo ich dies für mich bzw. für unsere Partnerschaft für wünschenswert erachte.

Dieses Bewusstsein ermöglicht es, dasjenige Rechtsbewusstsein zu überwinden, das auf der Selbstschutztendenz beruht, sich selbst im Recht und den Partner im Unrecht zu sehen. Jeder Spiegel hat – wie jeder Partner, der mir liebevoll gegenüber ist – in dem, was er mir über mich zeigt und sagt, stets objektiv weitgehend Recht! Es mag sein, dass mein Partner – wie der Spiegel – mir dies in einer Form mitteilt, die ich nicht sogleich verstehen oder akzeptieren kann. Aber, dass er inhaltlich irgendwie recht hat, das sollte ich nicht bezweifeln.

Dass bzw. inwiefern er inhaltlich recht hat, das zeigt mir mein Gefühl: Wenn ich Betroffenheit spüre, also entweder Gefühle der Ohnmacht, Hilflosigkeit oder Traurigkeit, was sich in eigener Rückzugstendenz zeigen kann, oder Gefühle des Schmerzes, des Ärgers oder der Wut, was sich als Aggressionstendenz zeigen kann, so sollte ich bewusst innehalten und mich fragen, inwiefern mein Partner – wie ein Spiegel – recht hat.

Betrachten wir hierzu zunächst einmal die Basis unserer Liebe:

Kommt es uns vor allem darauf an, einen Partner zu haben, dem wir unsere Liebe geben können, der uns also gut gefällt und der uns so annimmt, wie wir sind, d. h., der mit positiver Resonanz auf unsere Eigenarten und unser Handeln reagiert? Dann achten wir vor allem auf unser Tun und Sein für ihn und auf das, was daraufhin von ihm zu uns zurück kommt. Hier befinden wir uns eher in der aktiveren, initiierenden Rolle ihm gegenüber.

Oder: Kommt es uns vor allem darauf an, einen Partner zu haben, dem wir gut gefallen und der uns auf unserem Weg begleitet und unterstützt, d.h. der uns seine Liebe gibt und von dem wir dies gut annehmen können, weil er uns aufgrund seiner Eigenarten gefällt? Dann achten wir vor allem auf das, was wir von ihm bekommen und was wir von ihm annehmen können. Hier befinden wir uns eher in der passiveren, erwartenden Rolle ihm gegenüber.

Diese Unterscheidung, die auf den ersten Blick wie ein ideales gegenseitiges Ergänzungsmuster erscheint, kann uns anregen, zu klären, zu welchem der beiden Rollen-Pole wir tendieren und aufgrund welcher Ursachen. Tendieren wir dazu aufgrund von Gewohnheit oder aufgrund erfahrener Mängel? 

Eine Partnerschaft wird auf Dauer nur dann befriedigend verlaufen, wenn wir nicht einseitig auf die eine oder die andere Rolle innerlich fixiert sind und bleiben, sondern bereit und fähig sind (oder werden), beide Rollen abwechselnd und etwa gleichgewichtig einzunehmen. Denn nur dann kommt es zwischen uns zu einem gerechten Austausch zwischen Geben und Nehmen, Aktivität und Passivität. Deshalb ist es wichtig, unsere innere Fixierung aufzulösen, indem wir uns gegenseitig dabei unterstützen, unsere Rollenposition zueinander flexibel zu verändern.

Entsprechend dem Prinzip der Dualität bzw. Polarität lassen sich zwei verschiedene Formen des Miteinandersunterscheiden:

Beide Partner sind dabei hinsichtlich ihres geistigen und kommunikativen Potenzials und Könnens einander ebenbürtig. Beide Partner verfolgen praktisch die gleichen Ziele, wobei sie unterschiedliche Sicht- und Sprechweisen sowie Methoden verwenden. Sie können sich über alle Fragen und Sachprobleme offen und ehrlich, vorbehaltlos und radikal miteinander auseinander setzen, wobei sie sich gegenseitig hervorragend befruchten können. Die wertvolle Ergänzung, die sie aufgrund ihrer Unterschiedlichkeiten für einander darstellen und ihre Liebe zu einander ermöglichen es ihnen, stets alle Schwierigkeiten zu bewältigen, die beim inhaltlichen und formalen Umgang mit Einzelaufgaben und -themen auftauchen. Somit gelangen sie im Laufe ihres Zusammenseins immer mehr zur Überwindung der zwischen ihnen bestehenden Polaritäten, wobei jeder von ihnen zunehmend die ihm zueigene individuelle Identität entwickelt und festigt, bis sie zusammen eine Einheit bilden und jeder von beiden in sich selbst Denken, Gefühl und Körper in optimaler Weise integriert hat.

Zur Veranschaulichung der zweiten Form, der komplementären (Yin-) Form des Miteinanders lässt sich das Tandem-Fahrrad verwenden: Beide Partner unterscheiden sich in ihrem geistigen, gefühlsmäßigen und körperlichen Potenzial und Können auf einzelnen Gebieten, sind einander jedoch – wenn man die Gebiete zusammen nimmt – einander ebenbürtig und gleich-wertig. Deshalb übernehmen sie – je nach Gebiet und Wegstrecke – abwechselnd die Position des Fahrradlenkers und des Mitfahrers. Jeder weiß, dass er sich dem anderen, wenn und wo dieser vorne sitzt, nahezu blind anvertrauen kann. Jeder ist gerne bereit, zeitweise seine Befindlichkeit in die Hand des anderen zu legen, in dem Bewusstsein, dass sie dort bestens aufgehoben ist und gepflegt wird. Mit der Befindlichkeit sind insbesondere die Gefühle gemeint: Die eigenen Schwächen und Empfindlichkeiten, die eigenen Befürchtungen und Ängste, die eigene Verwundbarkeit und Sorge, die eigene Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Dieser Vortrag ist komplett auch als Hörbuch zum Download für 5€ erhältlich: http://www.seelische-staerke.de/paarbeziehungen/index.html
Direktlink hier: http://www.seelische-staerke.de/paarbeziehungen/r1v2.html

(PS: Ich stehe in keinerlei Beziehung zum Autor – ich verlinke hier auf dessen Angebot deswegen, da ich seine Texte für ausgesprochen hilfreich erachte.)


Das Thema ist auf sein.de in einem guten Artikel verarbeitet worden:

Vieles deutet bei Coabhängigkeit auch auf Sex-, Romanzen- oder Beziehungssucht hin. Süchtigen wie Coabhängigen jedenfalls sind eine Reihe von Verhaltensweisen gemeinsam, die wirkliche Nähe zu sich selbst und zu Anderen und somit erfüllende Beziehungen unmöglich machen. Coabhängige sind süchtig nach Kontrolle und Bestätigung. Da sie nicht gelernt haben, sich selbst zu lieben, sind sie nicht in der Lage, es Anderen zu überlassen, ob sie sie mögen oder nicht, sondern versuchen, Liebe und Bestätigung herbeizumanipulieren. Der grundsätzliche Irrtum, dem Coabhängige erliegen, ist zu glauben, dass Liebe kontrollierbar und herbeimanipulierbar sei. Ihre Aufmerksamkeit ist so sehr damit beschäftigt, bewusst oder unbewusst zu kontrollieren, was ihr Gegenüber fühlen, denken, tun oder lassen soll – oder auf keinen Fall fühlen oder denken soll -, dass der Kontakt zu den Gefühlen im eigenen Körper so gut wie abgestorben ist. Wenn sich das Gegenüber nicht so verhält, wie sie es gerne hätten, sehen sie dies als ihr persönliches Versagen an.

Hierzu zähle ich auch das Don-Juan-Syndrom, das man als Verführer hat.

In der Beziehung sieht das dann so aus:

Nach Anne Wilson-Schaef in „Die Flucht vor der Nähe“ sehen diese Beziehungen vor der Heilung so aus:
Das „Innere Mädchen“ von Person 1 erwartet, dass es von Person 2 bevatert wird, während der „Innere Junge“ von Person 2 die Bemutterung durch Person 1 einfordert. In manchen Fällen funktioniert diese Rollenverteilung über Jahre, weil beide Partner ihre Rollen übernehmen. Die Beziehung ist dann jedoch nicht nur sehr kraftlos, leblos, unbewusst und problematisch für die eventuell vorhandenen realen Kinder der beiden – sie bietet den beiden auch kaum Wachstumsmöglichkeiten zum reifen Erwachsenen hin. Und sie ist instabil – denn sobald einer von beiden mal nicht die ihm/ihr zugedachte Rolle spielt, kommt es zu Machtkämpfen, Schuldzuweisungen, Dramen oder der Suche nach einem anderen Partner. Da beide davon überzeugt sind, dass sie diese Beziehung gefährden, wenn sie sich ganz zeigen, schneiden sie sich von unerwünschten Gefühlen und Wahrnehmungen ab, was den natürlichen Fluss von Lust und Liebe erstarren lässt. Und alles, was irgendwie herbeimanipuliert werden kann, wird nicht wirklich befriedigend sein und die Kindheitswunde niemals schließen können, denn nicht mal einem Coabhängigen gelingt es in der Tiefe, an etwas Künstliches zu glauben und sich auf Dauer von Pseudo-Nähe zu ernähren.

In dem Artikel finden sich einige Lesetipps:

  • Stephen Wolinsky: „Eins werden oder einander begegnen?“
  • Gay und Kathlyn Hendricks: „Liebe macht stark“
  • Anne Wilson-Schaef: „Die Flucht vor der Nähe“

Peter Trachtenberg, Autor des Buches „Der Casanova-Komplex“ (kommt auch noch auf die Liste) schreibt auf seiner Webseite über unterschiedliche Aspekte, unter anderem Pornosucht, Orgasmus und Beziehungsunfähigkeit

„Der Casanova wirkt nach außen hin oft dynamisch und selbstsicher, gepflegt, beruflich kompetent und sexuell erfahren. Diese Eigenschaften kompensieren aber nicht die Mängel, die er in seinem Kern spürt. Früher oder später gibt selbst der erfolgreichste Casanova sein Gefühl von Leere und Verlust zu, gewöhnlich in einem verschleierten Rettungsappell an eine geeignete Frau.“

In Wahrheit ist der Casanova ein Süchtiger, der in Frauen niemals Menschen sehen kann. Für ihn ist eine Frau kein Gegenüber. Die Frau ist seine Droge und in ihrem ganz persönlichen Sein völlig uninteressant.

Unter dem Einfluss seiner Droge ist er vielleicht brillant, doch gilt diese Brillanz nicht der „Geliebten“, sondern wird durch sie lediglich ausgelöst. Erlischt die euphorisierende Wirkung, erscheint ihm die Frau plötzlich abstoßend und unzulänglich.

In Wirklichkeit ist der Casonava kein Mann, der Frauen liebt. Er braucht sie und verachtet sie deswegen. Er ist ein Mann, der Frauen hasst, wie ein Süchtiger seine Droge hasst. Immer ist er auf der Suche nach dem ultimativen Kick, nach der ultimativen Droge, der ultimativen – der „richtigen“ – Frau.

Er sucht die Droge, deren Wirkung niemals endet.

Interessant ist hier die  Typologie der Frauen des Don Juan-Muttersohns:

  • Die Verleugnung „Sie streitet seine Rolle bei diesen Vorfällen ab und ignoriert die Beweise für seine Untreue. Sie nimmt seine Entschuldigungen (Überstunden…, mehr Zeit mit Freunden verbringen…) für bare Münze und versteift sich darauf. Sie tut, als ob die Beziehungen mit seinen „Freundinnen“ ganz unschuldig seien, oder betrachtet ihn als passives Opfer:>>Diese Huren können einfach die Finger nicht von ihm lassen.<<„>
  • Das Überwachen „Sie verwendet viel Zeit darauf, ihn zu verfolgen, seine Telefonate abzuhören und seine Alibis zu überprüfen. Wenn sie den Beweis findet, den sie gleichzeitig sucht und fürchtet, explodiert sie wütend, beendet aber die Beziehung nur selten. Er betrügt sie weiterhin, sie warnt, überwacht, schimpft. Schließlich läßt sie sich auf die leeren und demütigenden Rituale der Beschwichtigung ein.“
  • Die Beschwichtigung „Sie betrachtet das Verhalten des Casanova als Reaktion auf ihre eigene Unzulänglichkeit und bemüht sich, die Rolle der Geliebten, Haushälterin oder Therapeutin zu spielen, je nachdem, was ihr Mann vermeintlich bei „der anderen“ sucht. Bei jeder Enttäuschung verdoppelt sie ihre Anstrengungen: Sie glaubt, wenn sie zu der Frau werden kann, die ihr Mann wirklich begehrt, wird er schließlich wie durch Zauber der Liebhaber sein, den sie sich wünscht.“

via Casanova-Komplex

Das Thema Pornosucht findet sich in den Fragebögen der Seite.


Die Gestalttheorie spricht davon, und auch Frau Zejgarnik hat etwas darüber geforscht: Unerledigtes will erledigt werden. Interessanter Sachverhalt:

Der Zeigarnik-Effekt: Unser Gehirn will Dinge beenden, die es angefangen hat

So hat die russische Psychologin Bljuma Zejgarnik in den 1920er Jahren herausgefunden, dass wir uns viel besser und detailreicher an nicht abgeschlossene Aufgaben erinnern als an erledigte (sogenannter Zeigarnik-Effekt). Offenbar will unser Gehirn beenden, was es begonnen hat, will Türen schließen, die es geöffnet hat. Erst dann kann es eine Sache abhaken und zur Tagesordnung übergehen.

viaMit der Cliffhanger-Strategie nicht mehr aufschieben | Artikel | aufschieben,Aufschieberitis,Procrastination,Prokrastination,Aufschiebeverhalten,nie mehr aufschieben,Schluss mit Aufschieben,Zeigarnik-Effekt,Cliffhanger.


Was macht einen Womanizer aus? Der Begriff an sich klingt fast erstrebenswert: Wie ein Magnet für Frauen. Die Übersetzung Frauenheld klingt schon etwas schmieriger. Ein paar weitergehende Gedanken zur Begriffsklärung: Was macht einen Womanizer aus, was treibt ihn an?

They need constant reassurance of their attractiveness, admiration from women, as well as men, and it’s a numbers game for them. […]

They’re always open to something new, different, better, or with other benefits that don’t come with your package.

via Understanding the womanizer complex

 

Among the women collectors‘ symptoms are no-satisfaction in a single relationship, jealousy, limited potential for commitment, neediness, light or severe behavioral anger toward rejection, people-pleasing behavioral pattern, strong sexual drives, high political interests, developed communication abilities, obsessive critical behavior.

And these, my friend, are the objective manifestation of only one vibration: The vibration of the feeling of lack of power.

The actual Truth is that in order for such a character to exist, he must create a balance between his inner-feelings and his reality. His emotional survival instinct will provide him with the perfect situation to counter-balance this extreme powerless inner-emotion. This situation is a need to attract multiple relationships that don’t vibrate with true caring and loving connection but more so vibrate with material belongings and outer energetic fuel. The sensation of fulfillment rises for a little time and because of its illusory nature, does not last.

via  Helium

 

DON JUANISMUS

„Klassische Womanizer sind Bedürfnisspezialisten für Frauen, oberflächlich charmant und aufmerksam“, so charakterisiert Paartherapeut Alexander Höhn den Fremdgänger, der einfach „nie etwas anbrennen läßt“. Oft sind diese notorischen Ehebrecher ohne Vater aufgewachsen – so wie Michael Douglas – und konnten sich mit ihrer Rolle als Mann nie richtig auseinandersetzen. Die Grenze für die Verletzungen gegenüber der Ehefrau und den zahllosen Geliebten ist ihnen fremd. „In seiner Wut rächt er sich mit der schnellen sexuellen Befriedigung und ist doch auf der Suche nach einer starken Frau, die ihm die Grenzen zeigt“, so die Erklärung von Höhn.

via Focus


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