Mannwerdungsblog

Sich wehren lernen? Fehlanzeige für Muttersöhne

Posted on: 30. Juni 2013

Vor kurzem fand sich in der Süddeutschen ein Artikel über Mobbing-Opfer. In einer Studie wurden die psychologischen Voraussetzungen untersucht, unter denen Mobbingopfer gerägt wurden:

Ein besonders strenges Elternhaus schaffte laut den Daten der Psychologen keine guten Voraussetzungen, damit Kinder auf dem Schulhof bestehen. Kinder mit autoritären Eltern oder solche, die zu Hause viel negatives Feedback erhalten, zeigten ein leicht erhöhtes Risiko, Opfer von Mobbing zu werden.
Ein ähnlich erhöhtes Risiko hatten die Kinder besonders behütender Eltern – ein überraschender Befund, wie Wolke findet. Kinder aus einem besonders warmen Nest fehle womöglich das Rüstzeug, um mit den Schulhoftätern zurechtzukommen, sagt der Psychologe. Wer seine Kinder von allen negativen Erfahrungen fernhalte, mache sie dadurch mutmaßlich auch besonders verletzlich, so Wolke.

Das ist maßgeblich eine Erfahrung, die Muttersöhne machen – sich wehren zu lernen gegen Angriffe ist ihnen kaum möglich, da sie immer auf die Rettung durch die Mutter hoffen, die dem Kind die Hilfe stets aufdrängt, um sich selbst wertvoll zu fühlen. Entsprechend können betroffene Kinder nicht damit umgehen, wenn Gleichaltrige sie psychisch drangsalieren. In ähnlicher Form sind sie das ja bereits gewohnt und hoffen darauf, geliebt zu werden, wenn sie nett bleiben und sich unterordnen.

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3 Antworten to "Sich wehren lernen? Fehlanzeige für Muttersöhne"

Genau, so ist es.

Es kann aber auch genau anders herum sein. Nicht das Muttersöhnchen wehrt sich nicht, sondern der Sohn, der zwar immer und wieder Streit mit der Mutter hatte, sich ihr widersetzte, aber dann Schuldgefühle aufgrund des vermeintlichen Schmerzes der Mutter bekam und später im Leben diese Situationen nicht wieder heraufbeschwört, um es sich mit Chef oder Chefin nicht zu verscherzen. In der Kindheit und Jugend war das Widersetzen negativ besetzt, dieses Verhalten wird in die Berufswelt mitgenommen, wo es zu fatalen Folgen kommen kann. Einerseits ist ein Ja-Sager geboren oder es stauen sich Frustration und Wut an aufgrund nicht ausgesprochener Konflikte.

Hallo Notos, danke für deinen Kommentar.

Ja, auch umgekehrt ist es möglich, dennoch gibt es eine Gemeinsamkeit:

In beiden Fällen hast du heute ja Schuldgefühle und denkst, du bist nicht okay: Einmal, weil Du Dich widersetzt, das andere mal, weil sie etwas gemacht haben, wofür sonst Mutter zuständig ist. Oder, weil Du nicht das machst, was die vermeintlich stärkeren machen.

Schreib mir, was du dazu denkst! Hast Du das bei Dir oder jemand anderem auch beobachtet?

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