Mannwerdungsblog

Jahresabschluss-Link

Vor dem Wechsel ins neue Jahr möchte ich mich bei Euch allen für den Zuspruch bedanken. Besonderen Dank auch nochmal an all jene, die mir persönlich eine Mail geschrieben haben. Mich motivieren eure Rückmeldungen sehr, und es freut mich, dass mein ursprünglich als privates Notizbuch gedachtes Projekt so vielen anderen Männern (und auch Frauen) etwas weiterhilft. 

Im verlinkten Forum geht es um das Thema Beziehungsangst

 

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2 Antworten to "Jahresabschluss-Link"

Es könnte aber auch sein, dass Mann und Frau einfach nur in Anbetracht ihrer Polarität für zwei gegensätzliche, wiederstrebende Wirkprinzipien stehen. Auf der einen Seite das Bindende, Verdichtende, Verbindliche, ins irdische, ins unten, ins materielle Ziehende, durch die leibliche Frucht, also die Babys, und auf der anderen Seite das Hinfortstrebende, Aufsteigende, Expansive, Flüchtige, in den Himmel, ins geistliche, geistige, seelische Strebende, also der reine Liebesakt und die romantische Liebe ohne Folgen. Wer muss hier also wem Folgen, und wer unterwirft sich dabei welchem Prinzip? Die Frau, die dem Mann zu Liebe auf den Kinderwunsch verzichtet, oder unterwirft sich der Mann der Frau wenn er ihrem Wunsch nach Kindern nachgibt und dann Verantwortung für Mutter und Kind übernimmt, aber dadurch auch an Freiheit und Leichtigkeit verliert? Eine Frau gewinnt durch Babys an Weiblichkeit, doch warum sollte sich ein Mann „die Hörner abgestossen haben“, bevor er „in den Hafen der Ehe Einläuft“? Weil er dadurch an Männlichkeit verliert, und aus dem Stier ein Ochse wird. Ein bisschen Schwanger geht nicht, bleibt also nur noch der Kompromiss über die Lebenszeit. Erst Casanova und Weltenbummler, um dann später irgendwann Ehemann und Vater zu werden. Es gibt also eigentlich zwei Phasen des „Erwachsen“ seins, des Erwachsen werdens, und lediglich unsere Nomenklatur ist noch unvollständig. Es müsste also eigentlich heissen Geschlechtsverkehrreif, und Familienreif. Und beides unterscheidet sich in Inhalt und Aufgaben umgekehrt proportional.

Richtig und sauber definiert wäre darum zu sagen, ein Casanova oder Don Juan ist ein Mann, der sich auch im mittleren Alter nicht zwecks Familiengründung binden lassen möchte, was aber wiederum nichts über seine seelische oder geistige Reife, Verfassung oder sein Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung aussagt. Und nur weil er trotzdem nicht auf die Wonnen der körperlichen Liebe verzichten möchte, ist er deshalb noch lange kein Schwerenöter oder Springinsfeld, der sein Glück gefälligst nur bei Prostituierten zu suchen hat. Weshalb wird immer nur von der Bindungsfähigkeit gesprochen, und diese geradezu als Tugend und als etwas erstrebenswertes dargestellt, anstatt neutral von der Bindungswilligkeit, oder lobend von der Ungebunden-bleiben-fähigkeit, oder der Ungebunden-sein-fähigkeit geredet. Woher kommt diese unreflektierte Selbstverständlichkeit, mit dem Wort Bindungsunfähigkeit einen Mangel zu suggerieren, der ausgemerzt und geheilt werden muss, wenn es einfach nur Unwilligkeit ist, die man genauso auch gutheissen könnte. Hier wird unbewusst von der ganzen Gesellschaft etwas stillschweigend akzeptiert und angenommen, was gar nicht selbstverständlich ist, und im Zeitalter der Verhütung auch gar nicht mehr Zeitgemäss ist, und daher nur Konstruktion sein kann, die ihren Ursprung in Kirche, Religion und Gesellschaftsordnung vergangener Tage hat, wie eben in Zeiten von Casanova. Oder entspringt die naive Paarbindung eher einem tiefenpsycholgisch und unbewusst aber weit verbreiteten und fest verankerten Wunsch, im Partner wieder den verlorenen Ersatz für Mutter bzw. Vater wieder zu finden? Und wäre dann Casanova nicht der Weise, ein Erleuchteter der es geschaft hat, Platons Höhle zu verlassen, und damit auch naive, unbewusste Sehnsüchte die aus der Kindheit stammen hinter sich zu lassen? Who is right?

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