Mannwerdungsblog

Co-Abhängigkeit in Beziehungen, Künstlichkeit und Authentizität

Posted on: 20. Oktober 2011

Das Thema ist auf sein.de in einem guten Artikel verarbeitet worden:

Vieles deutet bei Coabhängigkeit auch auf Sex-, Romanzen- oder Beziehungssucht hin. Süchtigen wie Coabhängigen jedenfalls sind eine Reihe von Verhaltensweisen gemeinsam, die wirkliche Nähe zu sich selbst und zu Anderen und somit erfüllende Beziehungen unmöglich machen. Coabhängige sind süchtig nach Kontrolle und Bestätigung. Da sie nicht gelernt haben, sich selbst zu lieben, sind sie nicht in der Lage, es Anderen zu überlassen, ob sie sie mögen oder nicht, sondern versuchen, Liebe und Bestätigung herbeizumanipulieren. Der grundsätzliche Irrtum, dem Coabhängige erliegen, ist zu glauben, dass Liebe kontrollierbar und herbeimanipulierbar sei. Ihre Aufmerksamkeit ist so sehr damit beschäftigt, bewusst oder unbewusst zu kontrollieren, was ihr Gegenüber fühlen, denken, tun oder lassen soll – oder auf keinen Fall fühlen oder denken soll -, dass der Kontakt zu den Gefühlen im eigenen Körper so gut wie abgestorben ist. Wenn sich das Gegenüber nicht so verhält, wie sie es gerne hätten, sehen sie dies als ihr persönliches Versagen an.

Hierzu zähle ich auch das Don-Juan-Syndrom, das man als Verführer hat.

In der Beziehung sieht das dann so aus:

Nach Anne Wilson-Schaef in „Die Flucht vor der Nähe“ sehen diese Beziehungen vor der Heilung so aus:
Das „Innere Mädchen“ von Person 1 erwartet, dass es von Person 2 bevatert wird, während der „Innere Junge“ von Person 2 die Bemutterung durch Person 1 einfordert. In manchen Fällen funktioniert diese Rollenverteilung über Jahre, weil beide Partner ihre Rollen übernehmen. Die Beziehung ist dann jedoch nicht nur sehr kraftlos, leblos, unbewusst und problematisch für die eventuell vorhandenen realen Kinder der beiden – sie bietet den beiden auch kaum Wachstumsmöglichkeiten zum reifen Erwachsenen hin. Und sie ist instabil – denn sobald einer von beiden mal nicht die ihm/ihr zugedachte Rolle spielt, kommt es zu Machtkämpfen, Schuldzuweisungen, Dramen oder der Suche nach einem anderen Partner. Da beide davon überzeugt sind, dass sie diese Beziehung gefährden, wenn sie sich ganz zeigen, schneiden sie sich von unerwünschten Gefühlen und Wahrnehmungen ab, was den natürlichen Fluss von Lust und Liebe erstarren lässt. Und alles, was irgendwie herbeimanipuliert werden kann, wird nicht wirklich befriedigend sein und die Kindheitswunde niemals schließen können, denn nicht mal einem Coabhängigen gelingt es in der Tiefe, an etwas Künstliches zu glauben und sich auf Dauer von Pseudo-Nähe zu ernähren.

In dem Artikel finden sich einige Lesetipps:

  • Stephen Wolinsky: „Eins werden oder einander begegnen?“
  • Gay und Kathlyn Hendricks: „Liebe macht stark“
  • Anne Wilson-Schaef: „Die Flucht vor der Nähe“
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1 Response to "Co-Abhängigkeit in Beziehungen, Künstlichkeit und Authentizität"

[…] in einer Affäre holt, ist dieser ein Egoist/Narzißt oder was auch immer? Mannwerdung schreibt von Don-Juan-Syndrom. Danach könnte jeder, der sich verliebt als unfertiger und unreifer Mensch […]

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