Mannwerdungsblog

Durch fremde Augen sehen

Posted on: 1. Oktober 2011

Immer wieder Thema: Wie fühlt man sich in andere ein und wie kann man das üben? Ein zwar etwas obskure Quelle, sie hat aber doch drei gute Übungen veröffentlicht:

Übungen: Es ist sehr zu empfehlen, neben den Übungen zu meditieren und sich mit seiner eigenen Gefühlswelt zu befassen. Es ist schwerer, auf fremde Gefühle einzugehen, wenn man selbst innerlich aufgewühlt oder unschlüssig ist.

1) „Selbstbeobachtung“
Hierbei gilt es, in sich selbst hinein zu horchen, und die eigenen Gefühle erkennen und benennen zu lernen. Man versucht, sich möglichst oft zu fragen, was man in dem Moment fühlt. „Nichts“ wird anfangs die häufigste Antwort sein. Diese sollte man nicht gelten lassen. Ein „Nichts“ verbirgt meistens eine ganze Welt. Die Fragen sollten dann lauten: „Langweile ich mich?“ „Fühle ich mich wohl/unwohl?“ „Bin ich ruhig/unruhig? “ etc. Ebenso wie man selten „Nichts“ denkt, fühlt man meistens etwas. Als nächstes sollte man sich fragen, warum man das fühlt. Hierzu eignen sich folgende Fragen, die man sich stellen kann, gut: „Habe ich gerade einen Gedanken gehabt, der mich erfreut/beunruhigt hat?“ „Ist etwas geschehen, weshalb ich mich so fühle?“ „Fühle ich mich in ähnlichen Situationen oft so?“ „Bin ich von Menschen umgeben die ähnlich fühlen/ähnlich fühlen könnten?“ etc. Dies kann man natürlich ohne Übungspartner machen. Die Übung ist an sich denkbar simpel, aber unabdingbar, um zu erkennen, welche Gefühle von einem selbst und welche von anderen kommen. Auch hilft sie dabei, Gefühle bei sich und bei anderen besser benennen zu lernen. Eine Schwierigkeit, mit der auch erfahrenere Empathen manchmal zu kämpfen haben.

2) „Charakterbild“
Diese Übung sollte man nach Möglichkeit immer dann machen, wenn man sich unter fremden Menschen bewegt. Am besten in einer belebten Straße, im Schwimmbad, in Kneipen etc. Man versucht dabei, die Menschen um einen herum gezielt wahrzunehmen. Das Wichtige dabei ist, eine Art Momentaufnahme von den Menschen zu machen. Und darauf zu achten, was das erste Gefühl ist, wenn man einen Menschen anblickt.
„Was ist der erste Eindruck?“ „Was scheint den Menschen am meisten zu charakterisieren?“ „Erinnert er an einen Bekannten?“ „Ist er mir sympathisch?“ etc. Dabei sollte man nicht allein aufs Äußere achten, sondern darauf, was man fühlt. Und bei jeder Frage, die man sich stellt und beantwortet sollte man die Antwort hinterfragen. „Warum habe ich diesen Eindruck?“ „Welche äußeren Merkmale stützen meinen Eindruck, welche sprechen dagegen?“ „Kenne ich jemanden, der dieser Person ähnlich sieht?“ „Habe ich mich gerade mit etwas befasst, das die Assoziation zu meinem Eindruck genährt haben könnte?“ Vielleicht bietet sich sogar die Möglichkeit, die gewonnenen Eindrücke zu verifizieren, indem man, falls Gelegenheit besteht, die betreffenden Personen in ein Gespräch verwickelt?

3) „Durch fremde Augen sehen“
Diese Übung hat bereits einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad, kann aber allein und in fast jeder Situation durchgeführt werden. Hier gilt es, sich möglichst gut in andere hinein zu versetzen. Man sucht sich im eigenen Blickfeld eine Person aus. Am besten tut man dies möglichst unauffällig, denn viele Leute fühlen sich sehr unwohl, wenn sie zu intensiv angestarrt werden, daher sollte vor allem Blick-Kontakt vermieden werden. Nun versucht man sich vorzustellen, man sei an der Stelle dieser Person. Dazu eignen sich folgende Fragen: „Ich bin diese Person. Was liegt in meinem Blickfeld?“ „Was höre ich?“ „Wie stehe/sitze ich? Was nehme ich über den Tastsinn wohl wahr?“ „Worüber könnte ich gerade nachdenken?“ „Was könnte ich fühlen?“ Dabei ist es wichtig, den einen oder anderen Eindruck zu erhaschen, der nicht offensichtlich ist. Z.B. den Blick auf Gegenstände, die zwar im Blickfeld oder Wahrnehmungsfeld der beobachteten Person, aber nicht im eigenen liegen. Man kann seine Eindrücke leicht prüfen, indem man Beispielsweise nachsieht, ob die Gegenstände, die man erkannt zu haben meint tatsächlich so angeordnet sind, wie man dachte, oder in dem man die Person, möglichst nicht zu aufdringlich, danach fragt.

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