Mannwerdungsblog

Was macht den Mann zum Mann?

Posted on: 12. Juli 2010

Ein Radio-Interview mit Shantam, einem indischen Tantriker. Das Interview ist in der Audio-Sektion auf seiner Seite zu finden. Das erste Interview, „What Makes a Man?“, stammt von 2008. Darum u.a. geht es:

  • Get your Mother Stuff done.“ Männer müssen mit ihrer Abhängigkeit von der Mutter abschließen, um integer und als Mann leben zu können.
  • Männer-Frauen-Beziehung und was Männer und Frauen für eine gute Beziehung tun können
  • Orgasmusfähigkeit
  • Männer halten zurück, wer sie wirklich sind und : „Men are totally dishonest in all of their relatings out of total fear, they dont say who they are and what they really want and really need, just to be a man. Men are hiding, a man fails because he’s not showing up what he needs to clarify her.
    I want to leave women free
    .“
    Es geht hier darum, wie Männer nicht ausdrücken, was sie wirklich brauchen und wollen. Können sie das nicht, wird es zur Aufgabe der Frau, sich um seine Bedürfnisse zu kümmern, ihn zu bemuttern. Das schwächt ihn, die Frau und seine Beziehung.
  • Klischees: Traditionelle Verhaltensweise für Männer, z.B. aggressiv zu sein und immer Sex zu wollen. Diese Klischees nehmen Frauen und Männern ihre eigentliche Kraft weg.
  • Männer müssen ihre Mutter aus ihrer Persönlichkeit und ihrer Wahrnehmung herausbekommen. Denn als unabgelöster Mann lässt man sich von ihr dämpfen, ignoriert man seine eigene Wahrnehmung und übernimmt die Wahrnehmung seiner Mutter – und meistens hat der Mann auch keinen Vater, denn auch die Väter wurden bereits von ihren Müttern gedämpft.
  • Tone you down teaches you to hate yourself„: Wessen Gefühle gedämpft und verboten werden, lernt, sich selbst zu hassen.
  • Unabhängig werden von der äußeren Meinung: „No compromising with your energy for NOBODY on the planet.“ Heißt das, aggressiv zu sein? Nein, es bedeutet, seine Energie zu kennen, denn sonst kämpft er gegen seine eigene Energie.
  • Wie kann Geschlechtsverkehr heilend wirken? Mit dem Sex zeigt sich alles, was nicht „in tune“ ist.

Das Interview enthält viele interessante Denkanstöße.

Direkter Link zum MP3 ; Dauer: ca. 35 Minuten.

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16 Antworten to "Was macht den Mann zum Mann?"

Hallo, lieber Mannwerdung
ich habe es nicht vergessen, und manchmal fällt es mir ein, dass beim Kommentieren auf dem Blog von autumn sich mir eine männliche Energie zur Seite stellte und zur Kenntnis nahm, was ich sagen wollte. Was ich als ausgesprochen wohltuend und unaufdringlich zugleich empfand. Ist es zu spät, danke zu sagen ? Ich glaub nicht:-)
Ein bißchen scherzhaft möchte ich fragen: Wie lange willst du Mann werden – aus meiner Sicht bist Du es vollkommen…wo gibt es den Maßstab für Mannsein…
Ich bin froh darüber und bewundere das, was Du hier tust !
Den Stamm, in den all das komplexe Geäst zusammenführt, sehe ich in diesem unerkannten Muttermangel. Ich finde, H. J. Maaz z.B. bringt es im ersten Teil des „Lilith-Komplexes“ auf den Punkt. Überhaupt sehe ich die eigentliche Kraft in der Einfachheit. Auf das Grundlegende zurückführen, zu Ende denken. Denn je weniger ich denken und grübeln muß, um so mehr kann ich mich auf das Erleben einlassen und damit auf Entwicklung.

Herzlichen Gruß !
befue

Liebe Befue,

natürlich ist es nie zu spät zum kommentieren! 😉 Leider habe ich vergessen, was genau ich da kommentiert habe. Meinst du den Artikel hier?

Deine Frage zu meinem Avatarnamen ist gut, auch ich habe mich das vor einiger Zeit schon gefragt, ob ich damit nicht im Status Quo verharre. Trotzdem finde ich den Namen für die Themen in diesem Blog sehr passend und möchte dabei bleiben, denn auch wenn ich schon Mann bin: Es geht darum, den kleinen Jungen in mir immer wieder auf andere Weise zu erkennen und ihm Mut zu machen, Mann zu sein zu dürfen. Und ich hoffe, dass ich anderen Männern mit meiner Materialsammlung helfen kann, selbst zu größerer Freiheit und Zufriedenheit zu gelangen.

Der Maßstab ist: Frei zu sein von dem übermäßigen und einschränkenden Bedürfnis nach Anerkennung.

Den Lilith-Komplex kenne ich noch nicht. Werde ich mir mal durchlesen, danke für den Tipp!

Was meinst du denn mit Einfachheit? Ich verstehe darunter sowas wie den Abstieg vom hohen Ross, von dort wo verlangt wird, perfekt und aufregend und großartig zu sein. Bin ich einfach, darf auch mal einfach „sein“, ohne mir oder jemandem etwas beweisen zu müssen oder ihn richtig interpretieren zu müssen.

Übrigens: Der Begriff „konstruktiver Egoismus“ gefällt mir! 🙂

Ich meinte den (autumns) Artikel „Das Schreiben hier fühlt sich komisch an“. Ich finde ihn bei mir nicht mehr.

Der Maßstab erscheint mir recht hoch. Was treibt und hält ihn da oben ? Ich versuche, den Kampf zu verstehen. Diät z.B. halte ich für einen Kampf gegen sich selbst. Bei jedem „Ausrutscher“ würde ich mich als Versager fühlen. Mal wieder nicht geschafft, mal wieder schwach gewesen…? Wie in der Ernährung: Der Ping-Pong-Effekt von Diäten.

(„Konstruktiver Egoismus“ ist nicht von mir. 🙂 Ich prüfe und erprobe seit Jahren die Angebote dieser Seite: http://www.menschenverstand.net)

Einfachheit – in meinem Leben wurde sie aus der Not geboren. Das Not-wendige, das Naheliegende, und nur das. Und wenn es denn nur so geht, dann heiße ich die Not willkommen, das tiefe Mangelgefühl, das übermäßige Bedürfnis nach Anerkennung und die scheinbare Ablehnung und Nicht-erfüllung.

Der Maßstab ist zunächst einmal ja gar nicht messbar. Was heißt das schon, „frei vom Bedürfnis nach Anerkennung“? Was denn dann? Der Maßstab ist schlicht nicht richtig definiert.
Loslassen von der Bestätigung ist eigentlich sehr einfach, ich finde, das ist nicht so ähnlich wie eine Diät. Hier geht es ja zuvorderst um Selbstbeobachtung. Wann benötige ich die Anerkennung? Ich kann dann ganz neutral sehen, „ja, da hast du die Anerkennung nötig gehabt.“
Aber es ist richtig: Es ist wichtig, dass man von dieser Wertung loskommt, dass das schlecht sei. Hinsehen sollte man trotzdem.

Liebe befue,
den gesuchten Artikel schrieb ich am 3.6.2010. Somit dürftest du ihn leichter finden.
Am 13.7. schreibst in dem Kommentar weiter oben, dir stellt sich eine männliche Energie zur Seite. Magst du mir das erläutern?

Spannend finde ich deine Frage an mannwerdung, wie lange er noch Mann werden will. Ich denke, beim Schreiben und Nachdenken verharrt man schon gern in der Vergangenheit, ist tatsächlich hingegen schon wesentlich weiter in seiner Entwicklung, fragt sich aber, was den nächsten Schritt ausmacht und erkennt Fortschritte in der Gegenwart schlechter.
Lieben Gruß
autumn

Mir stellte sich eine männliche Energie zur Seite: Mannwerdung hat nicht direkt mit mir gesprochen, sondern mit Dir, und gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, dass er meine Aussage, mich, sehr wohl zur Kenntnis genommen hat. Nicht, dass ich das erwartet hatte. Ich empfand es als sehr angenehm. Und von Dir hatte ich nur deshalb eine Antwort erwartet, weil die anderen auch eine bekamen. Das setzt Maßstäbe 😉 Hättest Du gesagt: Ich kann nicht jeden Kommentar beantworten, hätte ich ohne Probleme d a s als Maßstab genommen. 🙂

Du deckst hier etwas auf, was mir schon so aufgefallen ist. Manchmal denke ich zu schnell, oder setze etwas voraus, was andere nicht ahnen können, die das wiederrum als mangelnde Wertschätzung interpretieren. Sorry, ich wollte dich nicht missachten, ich muss daran arbeiten.

Wenn Du dich schon wieder entschuldigst, und arbeiten willst (bis zur Erschöpfung) dann habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Ich wollte damit sagen: Man misst Dich mit den Maßstäben, die Du Dir selbst setzt. Der Maßstab: Ich muß allen antworten, sonst wenden sie sich ab, kann auch recht anstrengend sein, oder ?

Hm, natürlich strengt es an, aber jeder bekommt etwas dafür. Oder?

Ja wenn sich die Anstrengung für Dich lohnt, dann ist ja alles in Ordnung. 🙂

Lieber Mannwerdung, da ist in unserem Dialog noch ein anderer entstanden. Wie findest Du das ? Unangenehm ?

Ich freue mich geduldig auf Deine Antwort zur „Diät“ 🙂

Befue

Hallo,

die Diskussion ist völlig an mir vorbeigegangen, ich kann nicht täglich meinen Blog pflegen.
Aber tobt Euch nur aus, ich begrüße es, wenn hier diskutiert wird.

Und du sprichst etwas spannendes an: Das Sich-Für-Alles-Entschuldigen-Müssen ist sehr wohl eine typische Niceguy-Eigenschaft! Es ist gut, dass dir soetwas auffällt. Männern (und auch Frauen) fällt es viel zu selten auf, dass sie sich für alles (un)denkbare entschuldigen.

Ja, ich hatte schon vermutet, dass es um Selbstbeobachtung geht, ich habe mich nur etwas an dem Wort Diät gestoßen.
Ich gehe bei der Beobachtung noch einen Schritt weiter: Was sind bei mir die besonders „anerkennungsbedürftigen“ Stellen ? Das sind ganz speziell ausgeprägte. Und: auf welche Art versuche ich, die nötige Anerkennung zu bekommen bzw. Ablehnung zu vermeiden ? Auch meine ganz speziellen Strategien. Und schließlich die Erkenntnis, dass das alles ziemlich anstrengend ist und vielleicht gar nicht notwendig…:-) über diese Dinge spreche ich gern offen und mit persönlichen Beispielen. Es wird überall verstanden.

Man selbst sein ist sicherlich sehr wichtig. Beim Sex sehe ich es so, dass man sich auch eingestehen sollte, dass man Sex will aber sich nicht vom Sex abhängig machen sollte. Und insbesondere, dass man sich bezüglich Sex nicht von Frauen erpressen lassen sollte, ihn nicht gegen sich arbeiten lassen sollte.

Ja, insgesamt legst du damit aber schon ein gehöriges Gewicht auf den Sex. Findest du nicht, dass der Frame, immer geil zu sein und Sex zu zu wollen, dir enorme Kraft nimmt, wenn du mit Frauen in Kontakt stehst?
Ja, natürlich, dazu stehen, wenn das Verlangen bemerken und auszudrücken. Wenn die Frau einen erpresst, dann ist meiner Meinung nach schon vorher etwas schief gelaufen.

Nein, gar nicht. Ich will schließlich häufig Sex, da ist es einfacher und authentischer, dass in den Raum zu stellen. Insofern belastet mich dieser Teil des Rollenklischees nicht.
Solange man deutlich macht, dass man dafür nicht sie braucht, sondern es lediglich schön finden würde, wenn sie es wäre, weil der Sex sicherlich gut wäre/sie einen als Mensch interessiert/man ihre sexuelle Ausstrahlung mag, ist es nicht kraftraubend.
Ich finde es kann sogar Kraft gebend sein. Frauen mögen es als sexuelle Wesen wahrgenommen zu werden und geben das auch gerne zurück, solange es nicht bedrohlich, sondern spielerisch ist.

Schreib mir, was du dazu denkst! Hast Du das bei Dir oder jemand anderem auch beobachtet?

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