Mannwerdungsblog

Verkopftsein und Leistungsdruck

Posted on: 15. Juni 2010

Verkopft sein ist ein typischer Schutzmechanismus, um nicht das innere offenbaren zu müssen. Die psychologische Homöopathie hat sich damit ebenfalls auseinandergesetzt und fasst das unter dem Begriff „Silicea“ zusammen. Das Verkopftsein steht hier im Zusammenhang mit Leistungsdruck.

Die Bedeutsamkeit von Silicea im Zusammenhang von Prüfungen sowie Situationen des Sich-Beweisen- Müssens und des Bestehens vor der Welt hat vornehmlich mit seinem mangelnden Selbstwertgefühl und seinen hohen Ansprüchen hinsichtlich der Wirkung auf andere zu tun.
Die Persönlichkeit von Silicea zeigt sich nach außen hin nachgiebig, zart, feinsinnig, ruhig, gelassen und zuweilen etwas schüchtern, zugleich aber auch korrekt, reserviert und steif.
Silicea achtet in großem Maße auf sein Image. Hieraus resultiert eine große Furcht vor Versagen und davor, von den anderen als unfähig angesehen zu werden. Aus diesem Grunde gibt Silicea in Angriff genommene Möglichkeiten oft vorzeitig auf, weicht vor seiner Verantwortung zurück und ersetzt diese durch rigide und enge moralische Prinzipien, pedantische Kleinlichkeit und Intoleranz.
Die lebensgeschichtliche Ursache ist in tiefgreifenden Erlebnissen des Verlassen-Werdens in der Kindheit zu suchen, aber auch im Extremfalle körperliche Misshandlung oder Missbrauch sind wesentliche Spielarten der kindlichen Verletzungs- Erfahrung von Silicea. Hieraus ergibt sich ein tief verletztes Selbstwertgefühl, verbunden mit der Empfindung der eigenen Unfähigkeit und großen Ängsten vor Ungewissem. Die tiefere Ursache dieser Haltung kann auch in der Pränatal-Phase gefunden werden: prägend für Silicea ist, daß in der Zeit der ersten Bewegungen des Fötus im Mutterleib ein Aufrichten unmöglich ist.
Hieraus resultiert zum einen mangelndes Zutrauen zu sich selbst, zum anderen das Bestreben, in einer Geborgenheit zu verbleiben, die Schutz bietet. Silicea hat eine starke kindliche Sehnsucht nach der Höhle im Mutterleib. Zugleich ist in ihm ein Bestreben nach Selbst-Werdung: er möchte sich gern aufrichten, der Vater als starkes Leitbild und seine Zuneigung sind ihm deshalb sehr wichtig. Hieraus resultiert ein Schutzwall, den sich Silicea aufbaut und der sich in folgenden Merkmalen äußert:
Großer Drang nach Perfektionismus und Vollkommenheit.
die Tendenz zu Flucht, Sich-Entziehen, Weggehen und Distanz zu schwierigen Situationen hängt hiermit unmittelbar zusammen. Damit verbunden ist ein Zurück-Weichen vor und ein vorzeitiges Aufgeben von angstbesetzten Situationen,
die Umdeutung schwieriger Gefühle durch Rationalisieren und Intellektualisieren.

Siliceas generelles Problem ist das „Verkopft sein“. Durch Verletzungen wurde das „Eigene“ der Individualität und der Gefühle weggedrückt. Das Leben soll per Kopf-Intellekt gelebt werden, damit eine emotional unerträgliche Situation nicht mehr so belastet. Zentrales Thema von Silicea ist seine „tiefe Furcht vor Mißerfolg„. Diese führt zuweilen – gleich einer selffulfilling-prophecy – zu dem eigentlich unerwünschten Ergebnis:
Seine Versagensangst bringt – durch Über-Perfektionismus und hohes Anspruchsdenken – in einer Reihe programmierter Verhaltensweisen das befürchtete Versagen geradezu hervor. Silicea leidet unter mangelndem Selbstvertrauen, trotz offenkundigen Hervortretens seiner Talente und Fähigkeiten.

Typische Ängste von Silicea:
Angst vor Nadeln und spitzen Gegenständen
Angst zu zerfließen
Angst vor Auftauen
Angst vor Leistung und Aufgaben
Angst vor engem Kontakt
Angst vor Prüfung
Angst vor Versagen und Misserfolg, vor allem bei Prüfungen
Angst vor Unordnung
Angst vor geistiger Arbeit
Angst vor literarischer Arbeit
Mangelndes Selbstvertrauen

Typische Traum-Motive:
Eis, Eisscholle, Eiswüste
Fenster
Glashaus
Schnee
Verletzungen durch Eis
Klares Wasser
Kristall
Sand
Bloßgestellt werden
Wasser
Sinkendes Boot
Hunde
Überschwemmungen

Eis hat als Traum-Motiv mit dem Einfrieren von Beziehungen, der Empfindung seelischer Kälte und der Gefahr der inneren Vereinsamung zu tun. Die Eisscholle verstärkt dieses Bild noch, die Eiswüste verweist auf eine seelische Stagnation in diesem Bereich. Das Glashaus beinhaltet die Verkapselung und Abschottung der eigenen Überempfindsamkeit und Verletzlichkeit. Fenster schaffen so etwas wie eine Trenn-Wand zwischen Innen und Außen: von innen beobachte ich mit Distanz die Vorgänge in der Außenwelt. Schnee hat eine ähnliche Bedeutung wie Eis. Wasser verweist auf den Bereich der tiefen Gefühle, und klares Wasser deutet auf das Bedürfnis nach gefühlsmäßiger Klärung und Klarheit hin. Kristall ist das Symbol für Empfindlichkeit, Verletzlichkeit, Misstrauen und Distanz zu den Menschen und zugleich auch für sachliches, nüchternes Denken. Sand als Symbol für Zeit und Vergänglichkeit verdeutlicht die Angst vor Alter und Tod. Der Hund gilt als Schutz gegen Angriffe, steht aber symbolisch auch für Aggressionen. Sinkendes Boot: Zweifel, Verunsicherung, mangelndes Selbstvertrauen durch hochkommende Gefühle; Angst, hierdurch unterzugehen und sich nicht mehr stabilisieren zu können. Die Überschwemmung ist ein Symbol für die Überflutung mit Gefühlen, die in das Bewusstsein dringen.
Die tageszeitliche Verschlimmerung liegt sowohl bei 10 Uhr als auch bei 15 Uhr. Körperlich wirkt Silicea bei Migräne, Hautentzündungen (Ekzeme), Wachstumsstörungen und wird als Mittel zur Austreibung von Fremdkörpern aus dem Gewebe eingesetzt. Akute und chronische Eiterungen sowie Eiterungen durch Fremdkörper sind ein weiteres Anwendungsgebiet.

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