Mannwerdungsblog

Selbstmitleid ist wie in die Hose pinkeln

Posted on: 7. Juni 2010

Selbstmitleid tötet jeglichen eigenen Antrieb ab, für sich selbst zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen. Dieser Spruch gefiel mir: „Selbstmitleid ist wie in die Hose pinkeln: anfangs warm und angenehm, doch bald kalt und widerlich.“ Der sich Bemitleidende suhlt sich darin, nicht handeln zu müssen, es ist schön warm, man kann auf das Handeln anderer hoffen.

Auf Dauer verhindert Selbstmitleid aber, dass man die Verantwortung fuer sich selbst uebernimmt. Was die Welt/Eltern/Gesellschaft einem angetan haben, daran kann man nichts aendern, aber man ist selbst Einzig und Allein dafuer verantwortlich, was man daraus macht, was man aus sich selbst macht.
Soll heissen (hypothetisches Beispiel): ich kann nichts dafuer, dass meine Eltern mich missbraucht haben, aber ich kann etwas dafuer, wenn ich mein Leben unter dem Vorwand verpfusche, dass meine Eltern mich missbraucht haben. Womit ich nicht meine, das missbraucht worden sein nicht schlimm ist, es ist natuerlich ein sehr schwerwiegendes Problem , aber was man daraus macht, das bleibt einem selbst ueberlassen und niemand sonst traegt dafuer die Verantwortung. Anderes Beispiel: schwerbehindert geboren werden. Manche machen daraus das Beste, andere leiden ihr ganzes Leben darunter, und ich glaube sie tun dies aus Selbstmitleid. Ich weiss, jemand, der durch diese Dinge nicht betroffen ist, hat gut reden, aber man kann durch Selbstmitleid nichts an den Umstaenden aendern – also, egal wie traurig ich bin, behindert werde ich mein Leben lang bleiben…

Das ist das Hauptproblem: der Jammerer bleibt im Jammern und kommt nie ins Handeln. Doch wo ist er, dieser Punkt, an dem ich mich verantwortlich fühle und sage: „Ja, ich nehme das jetzt von ganzem Herzen an, ohne Absicherungen“? Der Selbstmitleidige hofft indessen immer auf eine Absicherung, jemanden, der ihn schützt, sagt, was zu tun ist. Der Verantwortung für ihn übernimmt und ihn klein sein lässt.

Welche Folgen hat das für die Selbstmitleidigen?

Ihr Verhalten ist bestimmt von Passivität, Trägheit und Resignation. Sie haben wenig Interesse an Ihrer Umwelt oder ziehen sich sogar vor ihr zurück. Sie schieben Arbeiten auf, lassen sie ganz liegen oder zerstören sogar impulsiv die Voraussetzungen zur Arbeit.

Woher kommt das? Wie wird man es wieder los?  Eine Gute Frage, eine erste Antwort:

– das Problem ist, daß man sich dann nur im Kreis dreht. irgendwann muß man aber die Verantwortung für sich selbst übernehmen.

– Vor allen Dingen muß man das erkennen, daß man immer wieder für sich selbst auch einstehen kann

– Zwei Bücher: „Ich vergebe“ von Colin Tipping und „Selbstvertrauen gewinnen“ von Susan Jeffers

Das sind Tipps für die großen Dinge, „vergeben“ und traumatische persönliche Verletzungen hinter sich zu lassen. Die scheinbar kleineren alltäglichen Dinge behandele ich demnächst in einem längeren Post.

Advertisements

3 Antworten to "Selbstmitleid ist wie in die Hose pinkeln"

Sehr interessanter Artikel. Zu einem ähnlichen Thema las ich gerade ein Buch: Heinz-Dieter Röhr: Ich traue meiner Wahrnehmung. Nicht nur körperlicher Missbrauch, sondern auch emotionaler Missbrauch können Menschen sehr traumatisiert werden lassen. Als Folgen lassen sich diverse anführen, nur wir durchbricht der Betroffene/die Betroffene den Teufelskreis?
Eltern sind in der machtvolleren Position als Kinder, im falschen Moment das falsche Wort können immensen Schaden anrichten. Die Lektüre machte mich sehr betroffen, wie schnell das geht. Am Ende der Erkenntnis und eines langen Prozesses hilft nur echtes Vergeben, um sich selbst zu retten.

Das Buch kenne ich sogar. Ich fand es auch gut. Nur der Weg aus dem Teufelskreis beginnt erst jetzt. Denn die Überlegung, sich selbst nicht zu vertrauen und das nun wieder zu beginnen, ist etwas anderes als den Schritt wirklich zu tun: Sich selbst vertrauen. Das heißt, die eigenen Gefühle ernstzunehmen, und sich nicht auf dem Selbstmitleid auszuruhen. Dann erst nämlich kann man seiner Wahrnehmung wieder vertrauen, wenn man nicht mehr will, dass jemand anderes einen zuerst trösten muss.

[…] Im Post „Selbstmitleid ist wie in die Hose pinkeln“ sind einige Fragen aufgeworfen wurden. Dies ist nun ein sehr viel persönlicherer Post, in […]

Schreib mir, was du dazu denkst! Hast Du das bei Dir oder jemand anderem auch beobachtet?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 58 Followern an

Social Bookmarks

Share |

Kategorien

Juni 2010
M D M D F S S
« Mai   Jul »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

Die Mannwerdung wurde

  • 196,264 mal besucht.
%d Bloggern gefällt das: