Mannwerdungsblog

Als Muttersohn der Frau zur Last werden

Posted on: 9. Mai 2010

Die Diskussion zur Needyness hat einiges angestoßen. Dieser Schnipsel hat mich nachdenklich gemacht:

BRIGITTE-woman.de: Was macht für Sie einen Mann zum Muttersohn?

Roland Kopp-Wichmann: Muttersöhne, genauer gesagt, nicht abgelöste Männer, erkennt man vor allem an zwei Punkten. Erstens: dem unangemessenen Kontakt zur Mutter. Der ist entweder total abgebrochen, was sehr selten ist, oder er ist zu häufig und zu intensiv. Entscheidender ist jedoch der zweite Punkt: die Rolle der Frau in der Beziehung. Bei einem Muttersohn fühlt sich die Partnerin mehr und mehr als Mutter für ihren Mann. Er kommt beispielsweise nach Hause und erwartet, dass seine Partnerin sich primär um ihn kümmert und ihn versorgt. Unabhängig davon, wie es seiner Frau geht. Hatte sie vielleicht auch einen stressigen Tag? Das sehen Muttersöhne nicht. Hinzu kommt, dass solche Männer Kritik nicht gut vertragen. Egal, wie die Partnerin die Botschaft verpackt – Muttersöhne sind sehr kränkbar und fühlen sich sofort angegriffen und in Frage gestellt.

Der Muttersohn sieht nicht, dass die Frau vielleicht schlecht gelaunt ist, weil sie einen schlechten Tag hat. Er bezieht ihre schlechte Laune auf sich und wird ihr somit zu einer zusätzlichen Belastung, indem er von ihr Zuwendung einfordert.

Das überträgt sich aufs Sexleben, und am Ende gibt es noch eine schöne Übung dazu:

BRIGITTE-woman.de: Der Muttersohn verhält sich also wie ein Junge, weil er nicht gelernt hat, sich wie ein Mann zu fühlen.

Roland Kopp-Wichmann: Genau, die Ausprägungen können jedoch verschieden sein. Bei vielen spiegelt sich das auch in der Sexualität wieder. Ein nicht abgelöster Mann hat oft weniger Lust mit seiner Frau zu schlafen, weil er unbewusst das Bild der Mutter auf die Frau überträgt. Und mit der Mutter schläft man ja nicht. Einige suchen sie ihr Heil dann in Affären, denn bei der Geliebten sind sie potent.

Dass Muttersöhne sich nicht als Mann fühlen, kann man testen. Wenn ich sie in einer Sitzung auffordere, den Satz zu sagen „Ich bin ein Mann!“ schaffen das viele nicht. Sie lachen, werden verlegen oder hängen ein Fragezeichen dran.

Wie leicht fällt es dir, tatsächlich zu sagen, „Ich bin ein Mann!“? – Wie klingt das, wie fühlt es sich für dich an? Wie verhältst du dich dabei?

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