Mannwerdungsblog

Pornographie als Symptom

Posted on: 22. April 2010

Interessante These von Mario Brocallo: Pornographiesucht ist nur ein Symptom für persönliche Defizite wie Einsamkeit, Langeweile, Minderwertigkeitskomplexe. Sein eBook „Der PSratgeber. Drei Schritte aus der Pornographiesucht / Pornosucht“ hat folgendes zum Inhalt:

Ein Selbsthilfe-Ratgeber zum Thema Pornographiesucht (Pornosucht): für betroffene Männer, aber auch für die besorgten Partnerinnen dieser Männer sowie für Eltern von Jugendlichen. „Pornographie-Konsum hat meist wenig mit Sex zu tun“ lautet die revolutionäre Theorie von Mario Brocallo – und er zeigt systematisch auf, wie diese nichtsexuellen Faktoren (etwa. Einsamkeit, Langeweile, Minderwertigkeitskomplexe) erkannt und bearbeitet werden können.

Ich habe das eBook übrigens nicht gelesen, würde aber eine Rezension schreiben, wenn es jemand hat. Die Thematik scheint mir mit dem Braven-Sohn-Syndrom zusammenzuhängen.

Hier gibt es ein Interview mit dem Autor, dubioserweise als txt-Datei. Ich gebe hier noch kurze Auszüge wider, die mir wichtig erscheinen:

Männer (und Frauen), die meinen Pornosucht-Ratgeber lesen, werden erkennen, dass das Suchtverhalten des  betreffenden Mannes oft mit einem Nähe-Distanz Konflikt  in dieser Zweierbeziehung zusammenhängt. Daher gilt  auch hier: die beiden müssen ein Thema klären, das  eigentlich nicht sexueller Natur ist. Das beruhigt ja auch viele Frauen, die zunächst dachten: Er liebt  mich nicht mehr, er wünscht sich eine andere (schönere), er wird mich bald betrügen …

>> Können Sie hier noch ein wenig mehr über Nähe-Distanz Konflikte erläutern?

Ja gerne. Ein Mann in einer fixen Zweierbeziehung konsumiert oft deshalb Pornos, weil er damit eine Phantasie der Unabhängigkeit verbinden kann. Nach dem Motto: „Ich könnte mit so vielen Frauen schlafen! Ich bin doch auf meine Frau nicht angewiesen!“. Oder: „Ich kann mich fast nie zurückziehen von meiner Frau: hier bin ich endlich alleine und weit weg – bei anderen Frauen!“. Natürlich kann hier auch ein diffuser Frauenhass mit hineinspielen.

Da hier also das Thema nicht Sex ist, sondern ein Nähe-Distanz Konflikt, muss der betreffende Mann auch nicht befürchten, in einer Paartherapie viel über sein Sexualleben berichten zu müssen – das ist ja auch etwas, was den meisten Menschen unangenehm ist.

>> Welche möglichen Gründe von Pornosucht oder Pornokonsum führen Sie in Ihrem eBook noch an?

Über Einsamkeit und Isolation haben wir bereits gesprochen. Weitere Themen sind mangelnde Körperlichkeit, falsch verstandene Männlichkeitsideale, Langeweile, diffuser Frauenhass und ein überhöhtes Weiblichkeitsideal, Minderwertigkeitskomplexe, mangelnde Konfliktfähigkeit, Depression / Lethargie und Sinnlosigkeitsgefühle. Ebenso kann Stress und Stressvermeidung ein Aspekt sein.

>> Eine ganze Menge also. Und in der Tat wenige Themen, die sexueller Natur sind!

Ja, das ist der Grundtenor meines Ratgebers: Pornosucht hat wenig mit Sex zu tun!

Update (9/2010): Nachrichtenbrief hat sich bereits kritisch mit Pornographie auseinandergesetzt.

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4 Antworten to "Pornographie als Symptom"

[…] müssen. Nicht umsonst zieht sich der ewige Junge gerne zurück und verfällt der Internet- oder Pornographiesucht, oder bleibt ewiger Kiffer oder wird Sexsüchtiger. Hobbies und Freunde sind neben Arbeiten und […]

Das ist tatsächlich ein toller Ratgeber – mir hat er jedenfalls geholfen. Unlängst hab ich auch einen Roman zum Thema gekauft, in dem ein Mann erstaunlich ehrlich über die Chose schreibt: „Pornos machen traurig“ von Peter Redvoort !

Robert

Ab wann ist der Konsum von Pornographie eine Sucht oder wird hier bereits von einmaligen Konsum gesprochen?
lg Julia

Hallo Julia,

danke für deine vielen Kommentare. Bei diesem hier kann ich dir direkt antworten. Ich verstehe das keinesfalls so, dass ein einmaliges Betrachten von Pornos etwas mit Sucht zu tun hat. Aber man kann die Lust auf Porno natürlich auch schon so sehen – sich da mal kurz zu hinterfragen, könnte evtl interessant sein.

Grüße
Mannwerdung

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