Mannwerdungsblog

Was Niceguys in Frauen unterbewusst hervorrufen wollen

Posted on: 9. April 2010

So sieht das Nicegy-Syndrom von Seiten der Frau aus: In folgendem Ausschnitt aus einer Therapiesitzung sehen wir das, was an Gefühlen bei einer Frau geschieht, wenn wir sie umwerben, aber nie wirklich zugreifen. Erdrückend.

Kl: Du bist …, Robert (seufzend), du bist die Liebe meines Lebens … (seufzt) es ist … (tiefes Luft holen). Du bist die letzte Liebe meines Lebens, und auch die größte. Was ich bei dir empfunden hab, hab ich vorher niemals empfunden, obwohl …, obwohl, wenn ich geliebt hab, war es immer größer als vorher, … mehr als vorher, … einzigartiger. Aber du, bei dir hab ich das erste Mal die Zeit der Verliebtheit, des Kennenlernens ganz total bewußt aufgenommen, … genossen. Und ich habe das erste Mal ganz bewußt mir selber gesagt, … genieß es, … die Zeit vor dem ersten Kuß und vor dem „ersten Mal”, die ist so schön, und doch geht sie kaputt mit dem allerersten Kuß. (sehr tiefes Seufzen) Und dann, und dann die Erkenntnis, daß du nur Freundschaft willst. (Die Klientin weint still und leise) Warum hast du um mich geworben? Warum hast du mir gezeigt, daß du mich liebst, … mit jeder Geste? … Und mir dann gesagt, dein Herz macht nicht mit! (sie ist wieder verzweifelt) Warum hast du es so weit kommen lassen? Du hast doch gesehen, was bei mir wächst, … immer größer! Warum hast du so lange gewartet, mir das zu sagen? – In ihrem verzweifeltem Wei-nen stellt die Klientin selbst fest, daß sie nicht mehr weinen sollte, nicht mehr wegen ihm. Sie ist resigniert. – Dieses Ge-fühl hat mich aufgezehrt. Du wolltest, daß ich es kaputt mache! Du hast nicht akzeptiert, daß Liebe nicht nur Nehmen ist, … sie einfach da ist, … sie schön ist, daß es gut so ist, (sie schnieft) … daß es total ok war. Aber … dein Werben, daß es eben auch körperliche Sehnsucht entfacht. Es ist doch normal, daß man sich dann danach sehnt, zusammen zu gehören. (sie reagiert endlich empört) Und es ist ein Blödsinn, was du mir da erzählst, …von wegen, nur was man nicht kriegt, will man haben! Du machst alles so klein! So niedrig! Nur weil du nicht empfinden kannst! Es ist gerade so, als spielst du mit mir, treibst … nicht nur mich, die anderen Frauen auch …, treibst alle dahin, daß sie sich in dich verlieben, und wenn sie nicht leiden, treibst du es soweit, bis daß sie leiden. Und ich war wohl für dich so richtig gut zum Experimentieren! Du hast alle Phasen ausgekostet! Irgend-wie …, normal kannst du nicht sein! Was für ein Spiel spielst du mit mir? Jede Phase hast du durch probiert, aber nicht mal zu einem einzigen Kuß ist es gekommen! Gerade so, als hälst du mir ‘nen Wurstzipfel vor die Nase, und läßt mich schnuppern, und dann ziehst du ihn mir wieder weg und hungerst mich aus! Und jetzt kriegst du Angst! … Das ist komisch, meine Nase, die juckt.
Th: Hmhm, frag sie doch mal, was sie sagen will.
Kl: Nase, was ist das für ein komisches Gefühl, was du mir da zeigst? (Die Klientin lacht) Ich hab den richtigen Riecher.
Th: Ja, wie reagiert er jetzt darauf, auf die Vorhaltungen oder Feststellungen?
Kl: Ja, das ist …, das ist komisch, es ist tatsächlich so gewesen, aber ich hab das nie so wahr genommen. Du hast …, du hast richtig, wie … ja, als wolltest du mich …, mich als die Frau deines Lebens, hast du mich umworben. Mit Aufmerksamkei-ten, mit Blicken, mit stundenlangen Ge-sprächen, mit Zärtlichkeiten. Ha, es ist eigenartig, was ich als Zärtlichkeiten bei dir empfunden hab. Nur eine Berührung, einen Arm um die Schulter legen, die Hand …, den Nasenstüpser, das ist eigentlich nicht das, was man normalerweise unter Zärtlichkeiten versteht. Und dann …, meine Reaktion hat dir nicht ge-paßt. Anfangs hat sie dir gefallen. Toll, wieder ‘ne Frau, die total auf dich abfährt! Aber doch ganz anders … (sie seufzt) Und dann kriegst du Angst, daß du womöglich bei einer tatsächlich die Liebe aufgerührt hast! Der es egal ist, ob sie Erfüllung bekommt oder nicht. Die dieses Gefühl nicht kaputt macht …, die es zuläßt! Das kannst du nicht ertragen! Und da fängst du an, mich zu sabotieren, mir einreden zu wollen, daß ich wie ‘ne Schlange hypnotisiert von dir bin, und dich nun besitzen will. Das ist es gar nicht! Lies mal das Gedicht, was ich dir geschrieben hab, das ist zutreffend!
Th.: Vielleicht hat er Angst bekommen? Vor allem, vor seinen Gefühlen, die hochkommen, frag ihn mal.
Kl: (holt wieder tief Luft) Hast du Angst vor deinen Gefühlen? Er darf diese Gefühle nicht hochkommen lassen, weil, sonst muß er seine Vergangenheit bearbeiten.
Th: Was repräsentiert er in dir? Weil, wenn er solche Aussagen macht, oder dafür steht im Moment, wie ist das mit dir? Darfst du deine Gefühle nicht hochkommen lassen? Hast du Angst davor?
Kl: Die Kontrolle!
Th: Die ist verschmolzen jetzt. – Die Klientin bejaht. – Mal gucken, was er sagt.
Kl: Ja, wenn Gefühle zugelassen werden, hochkommen dürfen, die sind auch mit Schwäche gekoppelt. Wer fühlt, öffnet sich, und wer sich öffnet, ist verletzbar und wer verletzbar ist … Was sagt mir die Vergangenheit? Ja, das ist es. Und dennoch öffne ich mich fast immer … Bloß, intimen Begegnungen gegenüber nicht mehr, … also wenn Freundschaften zu intim werden , oder eben … Partnerschaft, weil diese Art der Verletzbarkeit ist wie …, wie eine Aufforderung: hier kommt her, verletzt mich ruhig, ich kann alles ertragen! Ich kann alles ab!
Th: Was ist passiert? (Die Klientin holt wieder tief Luft) Erzähl`s in deiner Erin-nerung. Da muß was passiert sein zu dem, … das du gebraucht hast. Und das willst du nie mehr spüren! – Die Klientin erzählt, daß sie von sich im normalen Leben sehr viel zeigt, dabei oft verletzt wird, aber trotz momentaner Enttäu-schung dann, aufgrund ihres persönlichen Werdegangs, viele Reaktionen versteht. Sie nimmt es dann nicht mehr persönlich, wenn sie verletzt wurde und vergißt es schnell wieder.
Kl: Aber eben auf der intimen Seite, da mach ich dicht. Und auf der …, ja alles, was mit Partnerschaft zu tun hat, also nicht Partnerschaft in Freundschaft, sondern eben tatsächlich Partnerschaft, da hab ich wohl eine Klappe runter gemacht, und dieses …, was wir da … Das ist ja auch schon 2 Jahre her, wo ich mal so ganz kurz so ein Verliebtheitsgefühl noch wieder gehabt hab, das war …, da war keine Chance auf ein Zusammenkom-men. – Der Therapeut wirft ein, daß sie sich es vielleicht deshalb leisten konnte, was die Klientin betätigt, wenn es ihr auch nicht so bewußt gewesen sei.
Th: Tja, bleibt immer noch die Frage, ob du das bis zu deinem Lebensende wieder noch ausklammern willst, oder aber wieder zurück erobern willst. – Die Klientin war bisher immer der Meinung, sie hätte mit diesem Thema längst abgeschlossen. Der Therapeut lacht: Ja, hast du ja auch, abgeschlossen schon. Es läßt sich wahrscheinlich auch ohne leben. Er erkärt ihr, wenn sie sensibel und flexibel genug sei, würde sie nicht unbedingt krank, ja, es ginge. Und verletzbar sei sie auch, noch nicht erstarrt. – … Außer so ein kleiner Kerl, der da ganz tief in dir da ist.

Advertisements

Schreib mir, was du dazu denkst! Hast Du das bei Dir oder jemand anderem auch beobachtet?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 58 Followern an

Social Bookmarks

Share |

Kategorien

April 2010
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Die Mannwerdung wurde

  • 196,264 mal besucht.
%d Bloggern gefällt das: