Mannwerdungsblog

Das Vermeiden von Nähe und Chamäleon sein

Posted on: 25. Januar 2010

Unser Traumpartner erfüllt den Zweck, uns „ganz“ zu fühlen. Wenn wir ihn erobern, spielen wir etwas vor, das wir tief im Innern nicht sind.

Solche Beziehungssüchtige sind wie Chamäleons. Zwecks Aufbau einer Beziehung können sie sich geschickt in genau die Person verwandeln, die der Partner wünscht. Diese Fähigkeit beherrschen sie perfekt. Und eigentlich weiß niemand, wer sie wirklich sind, nicht mal sie selbst. Obwohl es ihnen an richtungsweisenden Beziehungsmodellen aus ihren Familien mangelt und sie nicht wissen, was eine Partnerschaft eigentlich bedeutet, sehen sie in Beziehungen die einzige Überlebenschance.

Die in der Sucht vorherrschenden verdrehten Denkmuster lauten: meine Eltern haben wirklich eine furchtbare Beziehung und sie sind wahrscheinlich beide krank, aber letztendlich haben sie überlebt….“ Somit haben sie bereits zu Hause gelernt, dass zum „Überleben“ wenn auch nur zum minimalen – eine Beziehung gehört. Dies ist eine Lehre, grade bei Eltern, die wegen der Kinder zusammenbleiben. Sobald innerhalb von Familien der Erhalt von Beziehungen mit Überleben gleichgesetzt wird, kann dies zu Beziehungssucht führen.

Und letztlich haben wir Angst vor Nähe, obwohl wir das Gegenteil glauben und behaupten:

Wenn wir Nähe zu anderen herstellen wollen, müssen wir zunächst einmal bereit sein, uns selber nahe zu sein – und jede Sucht, egal wonach, vermeidet dieses Nah-bei-sich-Sein. Ein Alkoholiker etwa gerät mit der Zeit in immer größer werdende Isolation.

Da wir in einer süchtigen Gesellschaft leben, führen die Fähigkeiten, die man uns für den Aufbau von Beziehungen mitgegeben hat, beinahe zwangsläufig zu Pseudo-Beziehungen. So haben wir beispielsweise gelernt, dass intime Partnerschaft etwas mit gegenseitiger Abhängigkeit zu tun hat. Jede Form von Abhängigkeit ist zerstörerisch. Solche Beziehungen können nicht intim und vertraut sein.

Abhängigkeit tötet Nähe. Die meisten Menschen glauben, man müsse eine Beziehung brauchen, sonst würde man verlassen werden.

Schließlich glauben wir, wir seien Grund für alle Gefühle unseres Partners:

Solche Menschen neigen dazu, die Gefühle und Aktivitäten ihrer Partner entweder für oder gegen sich zu empfinden – und dementsprechend reagieren sie. Sie sehen sich selbst als Mittelpunkt des Universums und setzen alles in ihrer Umgebung in Bezug zu sich. Die Annahme, dass sämtliche Gefühle und Gedanken des Partners durch uns verursacht sind. Wenn unser Partner also deprimiert ist, stellt sich sofort die Frage „Was habe ich bloß getan?“ Doch was im Außen als Sorge um den anderen erscheint, ist in Wirklichkeit pure
Selbstbezogenheit.

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