Mannwerdungsblog

Warum wir uns immer wieder in Dreiecksbeziehungen stürzen

Posted on: 22. Januar 2010

Immer wieder finden sich die guten Jungen in der Situation, dass sie eine Frau in einer Beziehung begehren oder dass sie andere Frauen begehren, wenn sie gerade in einer Beziehung sind. Warum ist das so?

Muttersohn und Vatertochter suchen Außenbeziehungen, damit die Beziehung zum Ehepartner nicht „zu eindeutig“ werden kann. Oder […] damit sie mit diesen keine eindeutigen Beziehungen leben müssen, da sie ja noch an einen anderen Partner gebunden sind. (Jellouschek: Warum hast du mir das angetan?: Untreue als Chance, S. 95)

Unterbewusst wirkt der Umstand also immer noch, dass wir die geheimen Berater unserer Mütter sein mussten und uns nie ablösen durften. Darum inszenieren wir einerseits wieder die alte Situation, andererseits verhindern wir, daß wir uns wirklich unserer Partnerin öffnen können. Wir spalten Madonna und Hexe einfach auf: Die Geliebte in der Außenbeziehung ist die Madonna, die bestehende Beziehung ist die Hexe, die uns einschränkt und gefangenhält. Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

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18 Antworten to "Warum wir uns immer wieder in Dreiecksbeziehungen stürzen"

Das neue noch unbekannte lockt eifach..

Naja, schon klar, aber dazu brauche ich keine Dreiecksbeziehung. Ich könnte auch zuerst schlussmachen und dann dem neuen Unbekannten nachgeben. Warum gibt es Menschen, die sich nicht wirklich auf nur eine Person einlassen KÖNNEN – das hat seinen Ursprung woanders: In der Kindheit.

Hat mich überzeugt, aber wie kann ich als Vatertochter meinen Vater loslassen? Und woran erkennt man eine Vatertochter und woran einen Muttersohn. Ich denke, dass mein Freund ein Vatersohn ist, woran erkenne ich, ob er bereits losgelasssen hat?

Verzeihung verschrieben, ich denke, dass mein Freund ein Muttersohn ist.
Nein eigentlich weiß ich es, er hat erzählt, dass er von seiner Mutter emotional missbraucht wurde. Er ist von ihr allein erzogen worden und jetzt drogenabhängig und liegt jetzt nach einer Überdosis im Spital. Seine Mutter hat mich solange terrorisiert bis er aus dem Tiefschlaf gehölt wurde und jetzt terrorisiert sie ihn. Ich hab große Angst, dass sie Ihn in den Wahnsinn treibt und dass er wieder rückfällig wird und komme mir momentan sehr ohnmächtig vor.

Hallo Julia, du hast dir ja die Antwort bereits selbst gegeben. Alles, was du schreibst, klingt recht eindeutig danach, dass dein Freund noch an seiner Mutter hängt und in keiner Weise von seinen Eltern abgelöst ist und bereit, für sich Verantwortung zu übernehmen. Was Du schreibst, klingt außerdem nach co-Abhängigkeit. Du solltest dir professionelle Hilfe suchen.
Das schlimme ist, dass dieser emotionale Missbrauch mehr als salonfähig ist: Kritisiert man das Verhalten, wird man landläufig vorgehalten bekommen, wie mustergültig besorgt die Mutter ist. Auch für dich nochmal den Hinweis auf ein Buch, das Dir auch ans Herz legen kann: Das Buch „Der Lilith-Komplex“ behandelt die Ursachen und Wechselwirkungen sehr ausführlich.

Was ist mit dem Coolidge-Effekt als Erklärung? Eine neue Frau bietet eben stärkere sexuelle Reize, die man in der Beziehung aufgrund der Gewöhnung nicht mehr hat. Gleichzeitig will man aber aufgrund des gewonnenen Vertrauens, der Kinder oder aus sonstigen Gründen die Beziehung nicht beenden, sondern eben nur den Kick des neuen

Das ist die oberflächliche, biologistische Erklärung. Aber was tut sich unter der Oberfläche, wenn einer diese Gewöhnung erfährt? Was spürt man? Ist Gewöhnung an einen Menschen überhaupt möglich, wenn man ihn ständig neu betrachtet? Interessante Partner sind wie man selbst lebendige Wesen, sie verändern sich. Also gibt es auch immer wieder etwas zu entdecken. Was steht hinter der Langeweile, die man empfindet?

Desinteresse zum Beispiel. Man hat sich auch damals beim Kennenlernen zwischen all den Hüpfern eine besondere ausgesucht, die man am interessantesten fand (wenn alles gut gelaufen ist, war es auch sie und nicht ihre Freundin). Warum sollte sie als Mensch also weniger interessant werden?

Das mit der Gewöhnung ist oft nur eine Ausrede, sich nicht auf die andere Person ganz einlassen zu müssen und sich nicht wirklich mit der Person, ihren Ängsten, Interessen etc. beschäftigen zu müssen. Woanders neue Träume von einer besseren Zukunft anheften zu können.
Sexualität kann immer wieder neu sein, wenn man sich für den Anderen interessiert.

Im Übrigen ist Gewöhnung keineswegs Folge von Vertrauen. Vertrauen kann auch sehr viel Spannung bringen. Frag da mal in der BDSM-Szene nach.

Zurück zum Thema: Kommt man zum Schluss, dass Schluss sein muss – warum macht man das nicht einfach, sonder betrügt das Vertrauen des anderen und stürzt sich in eine Dreieecksbeziehung?

„Kommt man zum Schluss, dass Schluss sein muss – warum macht man das nicht einfach, sonder betrügt das Vertrauen des anderen und stürzt sich in eine Dreieecksbeziehung?“

Weil man die Personen aus verschiedenen Gründen schätzt. Die zB Ehefrau, weil man mit ihr ein gemeinsames Leben aufgebaut hat, gemeinsame Erinnerungen hat, viele Sachen an ihr mag, die man als Mensch mag, weil sie in vielen Bereich einen gut ergänzt.

Die Geliebte oder Affäre, weil es einen kurzzeitigen Kick gibt, weil es neu ist, weil es einen Testosteronhoch und einen Adrenalin- und Dopaninkick gibt. Weil bei ihr noch nicht alles festgefahren ist.

Klar könnte man versuchen mit seiner Ehefrau von 10 Jahren wieder den selben Kick zu bekommen. Aber das ist ziemlich schwierig.
Beim Fremdgehen ist es hingegen ziemlich einfach.

Genau das ist es, was ich meine: Es ist eben ziemlich einfach.

Und wie du schon sagst: Es geht nicht zuletzt oft um den „Kick“. Der kann auch gut sein, etwa wenn er ein Befreiungsschlag ist. Aber als Droge, weil irgendwelche Hormone meinem Körper ein „geiles“ Gefühl geben? Das ist unter Umständen wiederum verantwortungslos. Dann verletzt man mit dem Kick die Personen, die man doch so „schätzt“.

Richtig. Wenn man davon ausgeht erwischt zu werden. Die meisten gehen davon aus, dass sie nicht erwischt werden und daher die „Erstbeziehung“ keinen Schaden nimmt.

Dann wage ich aber zu bezweifeln, dass man die „geschätzte“ (hier könnte auch „geliebte“ stehen) Person wirklich respektiert, wenn eine wichtige Vereinbarung gebrochen wird.

Aber damit ist der Erstbeziehung auch nicht geholfen. Und der Geliebten (die Bezeichnung ist auch symptomatisch) auch nicht, denn sie wird immer zweite Geige spielen, wenn man außerhalb den Rausch sucht.
Und einem selbst auch nicht, denn man muss die ganze Zeit etwas verstecken und seine unterbewussten Schuldgefühle unterdrücken.
In Beziehungen merkt der Partner IMMER etwas. Und sei es, dass die der Sex abnimmt oder sich verändert. Die Frage ist nur, ob er sich es eingesteht. Manchmal kann es für ihn von Vorteil sein, die Außenbeziehung zu dulden. Aber das würde er sich niemals eingestehen.

Klar, in einer perfekten Welt wäre das wohl richtig.
Aber hier geht es ja um Erklärungen für menschliches Verhalten.
Wenn er sie WIRKLICH respektiert…. Aber wenn sie ihn wirklich respektieren würde, dann würde es ihm auch leicht fallen, sie wirklich zu respektieren. Aber wir sind halt faul und richten uns ein. Beide Seiten.
Bei der Frau ist vielleicht zuviel Gewohnheit und sein nachlassender Testosteronspiegel macht ihn gemütlicher. Vielleicht will sie noch einmal das Gefühl haben erobert und wirklich begehrt zu werden, was er ihr nicht mehr geben kann. Aber sie weiß auch, dass ihr Liebhaber kein Mann ist, den sie binden kann und will einfach nur genießen, dass ein Alphamann sich um sie kümmert.
Vielleicht merkt der Partner was oder hat ein ungutes Gefühl. Aber das hindert den anderen nicht zumindest kurzfristig in dem neuen Gefühl zu baden und davon auszugehen, dass es ein Geheimnis bleibt.
Ein Mord oder ein Bankraub lohnt sich auch nicht, die meisten Täter werden gefasst. Hindert die Leute auch nicht es zu versuchen.

Und was kann also jeder Einzelne tun, um der perfekten oder wenigstens besseren Welt ein wenig näher zu kommen? Warum respektieren sich die beiden also nicht einfach? Wovor haben sie Angst?

Dass es das Verhalten gibt, sehen wir ja. Die Frage ist immer noch: Warum verhalten wir uns nicht so, als wäre die Welt perfekt?

Und „sie will, dass sich ein Alphamann um sie kümmert“ – ja, bin ich denn ihre Mami? Ich habe keine Lust darauf, dass sie an mir ihren Vaterkomplex auslebt.

Merkst du was: Du erklärst immer noch alles rein biologisch. Adrenalin, Testosterone, Versorgungung, etc. Die Welt ist aber möglicherweise nicht nur Biologie, sondern auch Psyche, Gefühle.

Ich zitiere nochmal Jellouschek:

Muttersohn und Vatertochter suchen Außenbeziehungen, damit die Beziehung zum Ehepartner nicht „zu eindeutig“ werden kann. Oder […] damit sie mit diesen keine eindeutigen Beziehungen leben müssen, da sie ja noch an einen anderen Partner gebunden sind

Das widerspricht alles nicht deiner Theorie von Gewöhnung, Kick und so weiter.

Ich kann die Biologischen Ansätze und die Hormone auch in die dadurch erzeugten Gefühle umsetzen, aber ich finde es in der hormonellen Beschreibung klarer.

Diese Vater/Mutter Sache ist irgendwie sehr Freud oder? Ödipus -Komplex und Penisneid gelten so wie ich das sehe inzwischen als überholt. Aber ich wollte dazu eh noch mal was lesen, es scheint mir ein interessantes Thema zu sein.

[…] ist eine grundlegende Überlegung, die anschließt an Impress/Express und auch an die aktuelle Diskussion: Was ist meine aktuelle Realität, mein aktuelles Sein? Ist es für mein Dasein so wichtig, was die […]

Hallo Mannwerdung, hier Julia, die im September vorigen Jahres schon mal geschrieben hat. Ich habe mir einige deiner Artikel durchgelesen und halte sehr viel davon. Bezüglich der Dreiecksbeziehung, finde ich sehr bemerkenswert immer wieder zu lesende Studien, die besagen, dass 70% der Männer fremdgehen, nicht geringer werden die Zahlen bei Frauen angegeben. Das Buch Lilithkomplex hab ich noch nicht gelesen. Dafür ein sehr interessantes anderes Werk von Flöttmann: Angst, Ursprung und Überwindung, dass sich auch mit dem Symbiosethema beschäftigt. Meine Frage nun an dich lautet: falls du es gelesen hast, was haltest du davon? Generell geht es von der Theorie aus, dass die prägendste Zeit eines Menschen, die ersten 3 Jahre, die Mutter, aber auch der Vater, die ersten Schritte von ihr/ihm weg unterbindet und damit auch die Selbstständigkeit. Die Info an das Kind lautet dann z.b. geh nicht weg, das ist nicht sicher, dann hab ich Angst um Dich oder geh nicht weg, dann fühl ich mich von dir ungeliebt. Weiters glaube ich persönlich auch, dass ein Baby, schon als Fötus die Gefühle der Mutter symbiotisch erlebt. Ist die Mutter oft traurig, kann ich mir vorstellen, dass auch dies einen Einfluss hat. Dank dir für deine Niederschriften, denn es hat mir schon das eine oder andere mal weiter geholfen.
ps.: In einer Therapie bin ich ;)… schon vor dem September gewesen

Hallo Julia nochmal,

danke für deinen Kommentar. Ich kümmere mich zur Zeit nicht besonders ums Bloggen, sondern mehr ums Leben. 😉 Kenne das Buch nicht. Die Botschaften aus dem Buch decken sich mit dem, was ich aus anderen Bereichen gelesen und auch (z.B. an mir selbst) beobachtet habe.

Alles Gute!

Weitere sehr zu Überlegungen anregende Informationen habe ich in einer Ausgabe von Psychologie Heute gelesen, wo ein Mann eines höheren Semesters gestand, dass er nicht mehr all zu große Lust auf Sex hätte und als er merkte, dass seine Frau sich durch Selbstbefriedigung Aushilfe schaffte, sprach er sie an, ob sie diesbezüglich nicht Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Sie, verneinte mit „Wozu“? Dies hat er als ein: „Es ist alles in Ordung“ gewertet und dazu gemeint, dass es nicht unwahrscheinlich gewesen wäre, dass er aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus, seiner Frau nicht zu genügen, fremdgehen hätte können. Seitdem haben sie zwar immer noch selten Sex, allerdings hat dieser an Qualität noch mehr zugenommen..das Resümee des Magazines/Autors lautete:“ Es zählt oft nicht die Quantität, sondern oft einfach viel mehr die Qualität.“
Einen anderen Artikel zu diesem Thema mit der Aussage, ein Mann hätte seine Beziehungspartnerinnen, umso öfter betrogen, umso mehr Sex er mit ihnen hatte, ist zum Thema Symbiose und Vater bzw. Mutterablösung, aber auch wiederum der Häufigkeit von Sex in Beziehungen contra Qualität oder viell. richtige Dosierung von Nähe und Distanz ebenso interessant. Sein Weg hat ihn aber ebenso zum (von dir empfohlenen/angesprochenen)Tantrasex geführt, indem er eine beidseitige Erfüllung sah.
lg julia

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