Mannwerdungsblog

Oraler Sex, Sucht, Mütter und innere Kinder

Posted on: 27. Dezember 2009

Eben beim Inneres-Kind-Blog sind mir zwei gute Beiträge aus dem Blog ins Auge gefallen: http://innereskind.blogspot.com/2008/05/von-der-suche-und-sucht-nach-der-mutter.html Grandioser Post. Folgendes fiel mir ins Auge (ich kürze hier):

Frage 11) Sehnen Sie sich am meisten nach oralem Sex und haben Sie entsprechende Phantasien? Im ersten Moment war ich ziemlich entgeistert, als ich diese Frage in John Bradshaws Das Kind in uns las. Süchte gehen häufig zurück auf Traumata, die wir als Kind erlebten und oft gibt die Art der Sucht Aufschluss über den Bereich und den ungefähren kindlichen Zeitpunkt der Verletzung; auch für die gesellschaftlich sich in den letzten Jahren austobende Sex-Sucht gilt dies meines Erachtens. Unser Saugen an der Brust war eine notwendige Verbindung zu unserer Mutter, nachdem wir uns monatelang in ihr geborgen gefühlt hatten, ein Verschmelzen mit ihr auf diese Weise und zugleich ein sachtes Abschied nehmen, doch konnten wir ja mitnehmen, was sie uns gab, z.B. ihre Liebe und Vertrauen ins Leben. Immer mehr haben wir uns in der Folge von ihr gelöst und irgendwann war diese stille Zeit, diese Still-Zeit auch vorbei, aber sie war wichtig. Wenn in dieser Phase eine Störung auftrat, dann kann sich das äußern in oralen Süchten, eben in dem Nachholen-Wollen, was einem versagt wurde. Es mag sicherlich ein großer Schritt sein (aber aus Zeit- und Platzgründen tue ich das hier nun), wenn ich sage, dass ein Mann, der in seinen Beziehungen nicht wirklich eine reife Frau sucht, sondern seine Mutter, in Wirklichkeit diese Geborgenheit und dieses Vertrauen sucht, das er gebraucht hätte, vermittelt durch die Mutter, um vertrauensvoll ins Leben starten zu können. Die Befriedigung oraler Süchte vermittelt ihm für Bruchteile seines Lebens die Illusion, der Befriedigung dieser Bedürfnisse nahe zu kommen, doch es ist eine Illusion. Ein Kind, dem diese Erfahrung der Geborgenheit und des Vertrauens fehlt, wird später, so beschreibt es Erich Fromm in „Die Seele des Menschen“, Lebensangst haben. Wie seine Mutter, die ihre lebensfeindliche Einstellung auch nicht aus sich heraus gerierte, sondern ebenfalls frühkindlich übernommen hatte. Solche Weitergaben zu unterbrechen und uns und unsere Kinder zu heilen: Das ist eine unserer wesentlichen Lebensaufgaben.

Nun frage ich mich, ob man nicht einfach seine oralen Bedürfnisse so lange ausleben soll, bis sie befriedigt sind. Aber das ist bei suchtartigen Fragestellungen immer problematisch. Der zweite  Post behandelt Beziehungen, indenen der Mann unbewusst nach seiner Mutter sucht und darum immer Junge bleibt.

Unter bestimmten seelischen Konstellationen steht eine Frau immer in Gefahr, in dem Mann, den sie liebt, im Grunde eine Vatergestalt, ihren Vater zu lieben.

Sie heiratet natürlich einen Mann aus Fleisch und Blut, aber ein Grundmuster z.B. mag immer da sein: Sie ist die brave Tochter, die das tut, was der Vater/Mann möchte, damit sie seine Liebe bekommt Vergleichbares aber gibt es eben auch auf Männerseite: Ein Mann heiratet eine Frau, die dem Muttermuster seiner Kindheit entspricht. Wenn jener Mann die Frau als Weib, als Freundin, als Lebensgefährtin wertschätzen würde, dann hätten sich aus seiner Seele ganz andere Worte geformt, z.B.:

> Ich danke dem Himmel, dass ich Dich kennenlernen durfte. Du bist eine wunderbare Frau für mich, Du bist meine wunderbare Frau, mit der ich so erfüllend leben kann, wie ich es mir bisher nicht vorstellen konnte. Ganz besonders möchte ich Dir auch danken, dass Du mir in dem letzten Jahr, als ich so krank war, beiseite gestanden bist … <

So aber, wie es der Mann oben formuliert, so bedankt sich ein Junge zum Muttertag bei seiner Mutter. In der Kindheit werden die Grundlagen dafür gelegt, ob ein Junge ein Mann wird und inwieweit er das wird; dies lernt ein Junge von seinem Vater, auch angesichts dessen Verhältnis zu seiner Frau, also der Mutter des Jungen. Die Mutter aber muss auch ihren Jungen loslassen und nicht möglicherweise als Mann-Ersatz behalten wollen, falls ihr eigener Mann kein wirklicher Mann, sondern nur ein Muttersöhnchen ist. Wenn sie das tut, sorgt sie dafür, dass auch ihr Junge ein Muttersöhnchen bleibt … Indem einem Menschen bewusst wird, was er nicht lernen konnte, zum Beispiel ein wirklicher Mann, eine wirkliche Frau zu sein, kann die Suche nach dem Weib, nach dem Mann in ihm beginnen …

Also, Männer auf die Suche! Der Post im Inneres-Kind-Blog ist sicher die richtige Adresse dafür.

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